„Wir sensibilisieren unser Fahrdienstpersonal auf eine sanfte Fahrweise“
Für ältere Menschen, die etwa mit einer Einkaufstasche unterwegs sind, wäre es ein grosser Vorteil, wenn sie die Tickets nicht im abfahrenden Bus entwerten müssten. Denn das ist für sie ein erhöhtes Unfallrisiko. Warum kann die vbl nicht bei allen Haltestellen Entwertungsautomaten aufstellen?
Norbert Schmassmann: Die vbl hat das Anliegen nach zusätzlichen Entwertern in den Bussen bereits wahrgenommen und Ende 2010 an den 50 wichtigsten der insgesamt rund 260 Haltestellen Entwerter installiert. Diese Nachrüstung kostete rund 550‘000 Franken und war Teil des gesamten Automatenbeschaffungsprojektes. Wir versuchen, wo immer möglich, Verbesserungen vorzunehmen – dies im Sinne der grösstmöglichen Kundenzufriedenheit. Allerdings sind leider nicht alle Wünsche finanzier- und umsetzbar.
Was würde das denn kosten? Und bis wann wäre es zu realisieren?
Dies ist schwierig zu sagen, da verschiedene Faktoren mitspielen. Zum Beispiel ob die Entwerter an den Automaten selber angebracht werden können oder ob es bauliche Anpassungen braucht. Die Nachrüstung der Automaten wäre mit einem erheblichen Mehraufwand (siehe oben) verbunden, der mit neuen Mitteln finanziert werden müsste. Das Nachrüsten müsste somit von der Bestellerbehörde (Verkehrsverbund Luzern) bestellt und finanziert werden.
Die Fahrkunst der VBL-Buschauffeure ist – insbesondere auf den „Bergstrecken“ – höchst unterschiedlich. Das brüske Bremsen oder Anfahren ist ärgerlich, vor allem wenn man keinen Sitzplatz hat. Warum können nicht alle rücksichtsvoll fahren?
In der Grundausbildung sowie diversen Weiterbildungen sensibilisieren wir unser Fahrdienstpersonal auf eine sanfte Fahrweise. Auch mit regelmässigen Fahrbegleitungen wollen wir eine angenehme Fahrweise herbeiführen. Im hektischen Verkehr kann es natürlich immer wieder vorkommen, dass Chauffeure aufgrund des Fahrverhaltens anderer Verkehrsteilnehmer unverhofft bremsen müssen, um eine Kollision zu vermeiden. Dies kann manchmal leider auch für die Fahrgäste unliebsame Folgen haben.
Sind die Fahrer oft unter Zeitdruck? Oder sind nicht alle Fahrzeuge gleich einfach zu fahren?
vbl ist sehr stark vom hohen Verkehrsaufkommen betroffen. Es ist klar, dass Fahrdienstmitarbeiter in hektischen Verkehrssituationen besonders herausgefordert sind. In der Chauffeurausbildung instruieren wir deshalb immer, vorausschauend zu fahren, um auf Überraschungen auf der Strasse besser vorbereitet zu sein. Wer so fährt, kann gelassener sein – und Gelassenheit ist etwas Wichtiges im Chauffeurberuf.
Gibt es eine Pflicht zur Weiterbildung?
Ja. vbl legt viel Wert auf die Aus- und Weiterbildung. Alle Chauffeure haben die Pflicht, innerhalb von fünf Jahren fünf spezifische Weiterbildungen aus den Themenbereichen Fahr- und Fachtechnik, Gesundheitsförderung sowie Dienstleistungsverhalten zu absolvieren. Selbstverständlich werden laufend individuelle Weiterbildungen und Fahrschulungen angeboten. Dafür sorgen die Experten der hauseigenen Ausbildungsstätte (vbl-fachzentrum).
Nachgefragt von Beat Bühlmann
