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Corona Tests können ausgeweitet werden

Wenn es die Leitung eines Viva-Betagtenzentrums in der Stadt Luzern als gerechtfertigt ansieht, werden alle Bewohner und Bewohnerinnen einer Abteilung auf das Corona-Virus getestet und nicht nur jene, die Krankheitssymptome zeigen. Damit folgt Viva der neusten Empfehlung des Bundes, wonach auch asymptomatische Personen in Institutionen getestet werden können.

Von René Regenass

In allen fünf Betagtenzentren von Viva Luzern (Eichhof, Dreilinden, Rosenberg, Wesemlin und Staffelnhof) wurden zunächst Corona-Tests nur bei jenen Bewohnern und Bewohnerinnen durchgeführt, welche Grippesymptome zeigten. Dies erklärt Geschäftsführer Beat Demarmels auf Anfrage, nachdem vor zwei Wochen im Betagtenzenrum Wesemlin einzelne Bewohner von zwei Wohnbereichen positiv getestet worden sind (LZ vom 16. April 2020). Zum Schutz aller und um eine mögliche weitere Ausbreitung zu stoppen, sind anschliessend im Wesemlin alle Bewohner und Bewohnerinnen  der beiden betroffenen Wohnbereiche getestet worden.

Den Grund für dieses Vorgehen erklärte Beta Demarmels so: „Bei diesem Testen stellt sich heraus, dass Bewohner und Bewohnerinnen auch ohne Symptome positiv sein können. Damit besteht die Gefahr, dass sie das Virus weitergeben. Wenn wir das wissen, können wir diese Bewohner/innen früher isolieren und die Gefahr, dass das Virus weitergeht, einschränken.“  

Mit diesem Vorgehen setzt Viva Luzern die neuste Empfehlung des Bundes (BAG) um. Diese sagt, dass Tests nicht nur bei über 65Jährigen oder bei Personen mit Vorerkrankungen empfohlen werden, die Symptome haben. Jetzt empfiehlt das BAG, dass auch asymptomatische Personen in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen getestet werden können, wenn dies gerechtfertigt ist, um die Ausbreitung des Virus  innerhalb der Einrichtung zu verhindern und zu kontrollieren.

Auch in Zürich viele Infizierte ohne Symptome
Nach einem Bericht im Zürcher Tages Anzeiger machten Stadt und Kanton Zürich in der jüngsten Vergangenheit die gleichen Erfahrungen. In den Stadtzürcher Heimen mit 3500 Betten sind bis jetzt 28 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben (17.04.20), in den übrigen Pflegezentren im Kanton deren 19. Auf Anfrage beim Infektiologen des Zürcher Triemlispitals riet dieser, sämtliche betroffenen Abteilungen in den städtischen Heimen durchzutesten. Das Resultat erstaunte: 80 von total 190 Bewohnerinnen  waren positiv, doch 40 Prozent dieser Angesteckten zeigten gar keine Symptome und weitere 19 Prozent hatten lediglich eine erhöhte Körpertemperatur, aber weder Fieber noch Husten. Zum Vergleich wurden dann in vier andern Pflegezentren alle 320 Bewohnerinnen und Bewohner durchgetestet. Das Ergebnis: alle waren negativ.

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli empfiehlt den Heimen im Kanton, bei Corona Fällen alle Bewohner und das Personal der betroffenen Abteilungen durchzutesten. Und Kantonsärztin Christin Meier sagte, positiv getestete Mitarbeitende sollten zu Hause bleiben, solange es die Personalsituation erlaube.

Kanton Luzern: 30 bis 40 Mitarbeitende positiv getestet
Gemäss einer Umfrage des Heimverbandes Curaviva hatten in den 190 Alters- und Pflegeheimen im Kanton Zürich 147 Mitarbeitende eine bestätigte Ansteckung mit dem Virus. Roger Wicki, Geschäftsleiter von Curaviva Luzern, erklärt auf Anfrage, dass in den Heimen im  Kanton Luzern in der Woche nach Ostern 30 bis 40 Mitarbeitende positiv getestet worden seien. Die Zahlen sind mit Vorsicht aufzunehmen, weil von 62 Institutionen nur 50 eine Rückmeldung gegeben haben.

Geschäftsführer Beat Demarmels hat – mit Bezug auf die Virusinfektionen im Heim Wesemlin – „ein gutes Gefühl. Es wird professionell gearbeitet. Und wir haben genügend Personal und auch ausreichend Material.“ Die Besuchsverbote in den Viva-Heimen bleiben vorläufig bestehen. Es werde jedoch an einem Konzept gearbeitet, sagt Demarmels, wie man die Besuchssituation wieder etwas offener gestalten könnte.
24. April 2020