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Fachstelle für private Beistandspersonen wird definitiv

Private Freiwillige führen Beistandschaften, unterstützt von einer Fachstelle: Was in der Stadt Luzern vor vier Jahren als Pilotprojekt startete, wird nun definitiv eingeführt.

Von Marietherese Schwegler

Eine Beistandschaft, so stellen sich Laien dies vor, wird von einem Berufsbeistand, einem Profi geführt. Doch dies muss nicht zwingend so sein. In der Stadt Luzern wurde bereits 2014 – ein Jahr nach Inkrafttreten des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzgesetzes – die Fachstelle für private Beistandspersonen aufgebaut. Sie hat das Ziel, Privatpersonen zu gewinnen, die sich freiwillig als Beistand, als Beiständin engagieren. Die Fachstelle ist auch dafür zuständig, diese Freiwilligen zu schulen und zu begleiten; sie ist in der Sozial- und Sicherheitsdirektion angesiedelt.

Private Beistände für einfachere Mandate

Derzeit sind in der Stadt Luzern 177 private Beistände und Beiständinnen eingesetzt. „Sie unterstützen freiwillig Menschen, welche mit den Aufgaben des täglichen Lebens nicht mehr zurechtkommen und deshalb eine Beistandschaft benötigen. Die privaten Beistandspersonen gehen beispielsweise mit zum Arzt, erledigen Administratives wie die Korrespondenz mit der Krankenkasse oder das Bezahlen von Rechnungen, und sie verbringen Zeit mit ihren Klientinnen und Klienten.“ So steht es in der stadträtlichen Medienmitteilung.

Nach der vierjährigen Projektphase ist der Stadtrat von der positiven Wirkung der Fachstelle überzeugt. Stadtrat Martin Merki: «Private Beistandspersonen sind gut ausgebildete Freiwillige, die sich für hilfsbedürftige Menschen engagieren. Davon profitieren alle: Die verbeiständeten Personen, weil ihre Beistände mehr Zeit für soziale Kontakte haben, und die Beistandspersonen, weil sie sinnvolle Freiwilligenarbeit leisten können.» Nicht zuletzt verspricht sich der Stadtrat von Privatpersonen, die solche Mandate übernehmen, auch finanzielle Einsparungen. Private Beistände werden zwar finanziell entschädigt – die Hälfte der eingesetzten Zeit wird vergütet –, aber sie arbeiten kostengünstiger als Berufsbeistände. Diese werden von den Privaten zudem entlastet.

Der Stadtrat hat folgerichtig dem Parlament die definitive Einführung der Fachstelle für private Beistandspersonen beantragt. Jährlich sind Kosten von 136 200 Franken veranschlagt: Für 110 Stellenprozent (60% für die Fachstellenleiterin und 50% für eine Fachbearbeiterin) plus Sachkosten wie die Durchführung von Schulungen. Der Grosse Stadtrat hat den Kredit für den definitiven Status der Fachstelle Private Beistandspersonen ab 2019 bereits bewilligt.

Luzern 60plus hat im Februar über Private Beistände berichtet: Qualifizierte und bereichernde Freiwilligenarbeit

24.4.2018