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Glücklich im Quartier –
ein generationenübergreifendes Projekt

Von Doris Kaufmann, Mitglied der Kerngruppe Erzählcafé St. Anton (Text und Bild)

Im Februar 2014 trafen sich Seniorinnen und Senioren aus dem Quartier Tribschen-Langensand zum ersten „Erzählcafé St. Anton“ im Pfarreisaal der Kirche. Von Beginn weg bis heute gehören Imelda Farrer, Paul Hess, Doris Kaufmann und Werner Schnieper zur Kerngruppe. Wir laden zu den Erzählcafés ein, rücken Stühle und Tische zurecht, verwöhnen die Erzählenden und Zuhörenden anschliessend mit Kuchen und Kaffee. So richtig glücklich sind wir, wenn der Erzählfluss kaum zu stoppen ist, wenn nachgefragt, gestaunt und gelacht wird.

Projektpartner für Generationenprojekt gefunden

Mein leidenschaftliches Interesse an Oral History, Storytelling, Pädagogik-Didaktik und Multimedia liessen in mir eine Projektidee heranreifen: Ich wünschte mir generationen-übergreifende Erzählcafés, und die Geschichten sollten mittels Multimedia dokumentiert werden.

In der Quartierarbeit Tribschen-Langensand und der Schule Wartegg habe ich zwei Partner gefunden, die sich für die Idee begeistern liessen. Dank dem hochmotivierten Engagement von zwei Lehrpersonen und ihren experimentierfreudigen Schülern und Schülerinnen sowie den Erzählcafé-Teilnehmenden wurde der Wunschtraum Wirklichkeit.

Unvergesslich sind für alle Beteiligten die beiden generationenübergreifenden Erzählcafés, in denen sich Schülerinnen und Schüler der beiden mitwirkenden Schulklassen zu den Älteren gesellten und die Geschichten zwischen den Generationen hin- und herflossen. Zweimal erhielten die SeniorInnen Gastrecht bei den Schulklassen. Sie beteiligten sich mit ihren eigenen Erinnerungen an zwei Live-Schulstunden, die mit den Themen «Die Schweiz» und «Philosophieren mit der Philosophieklasse» ebenso anregend ausfielen.

Glücklich sein – was heisst das für Jung und Alt?

An einer weiteren Begegnung tauschten sich SeniorenInnen und SchülerInnen in 2er- und 3er-Gruppen aus über «Glücklich sein im Quartier». Diese Gespräche wurden von den SchülerInnen aufgezeichnet, und die beiden Schulklassen haben daraus mit viel Begeisterung diverse Multi-Media-Produkte erstellt. Dank ihrem gekonnten Umgang mit PC, iPad, Recording- und stopMotion Apps entstanden äusserst kreative «Glücklich im Quartier-Installationen». Am Projekt-Abschlussfest Ende Juni haben die beiden Klassen ihre Produkte allen Beteiligten präsentiert: Eine einzigartige Schülerzeitung und mehrere stopMotion Trickfilme, mit nachinszenierten Lego-Glücksmomenten.

Das Geschichtenerzählen und die Begegnungen zwischen den Generationen fanden stets auf Augenhöhe und in freundschaftlich-familiärer Atmosphäre statt. Ein Erlebnis, das nun zu unserem Erfahrungsschatz gehört. Allen, die an diesem Generationenprojekt aktiv mitgewirkt haben, danke ich von Herzen.

Das Projekt „Glücklich im Quartier“ ist auf der Erzählcafé-Website dokumentiert. Zum Herumstöbern, Geschichten hören und Kurzvideos ansehen.

Viele weitere Geschichten können hier nachgehört werden.

Zehn Geschichten aus dem Erzählcafé sind ferner auf der Website des Stadtarchivs Luzern dokumentiert, unterlegt mit Archivbildern. Wer sich z.B. an die Zwänzger-Badi, den Bahnhofbrand, den Papstbesuch oder an die Entstehungsgeschichte des Alvar-Aalto-Hochhauses erinnern lassen will – hier sind die Geschichten dazu (runterscrollen bis „Generationen“).

Nächstes Erzählcafé

Noch viel mehr beglückende Erinnerungsschätze warten darauf, erzählt und geteilt zu werden. Zum Beispiel am nächsten Erzählcafé am 12. September, an dem Seniorinnen und Senioren wieder unter sich sind und im Pfarreisaal St. Anton Erlebnisse aus den 50er- und 60er-Jahren austauschen.

17. Juli 2017