"Und wo sind die Reporter?"

Von Beat Bühlmann (Text) und Joseph Schmidiger (Fotos)

Vor dem VIP-Eingang zum Fussballstadion wartet Kudi Müller, der ehemalige Fussballprofi, auf die gut 30 Kinder und Erwachsenen, denen auf Einladung von "Zäme erläbe" ein Blick hinter die Kulissen des Fussballclubs Luzern gewährt wird. "Kudi", wie ihn alle nennen, schoss Ende der Sechziger Jahre als wirbliger Mittelstümer die Tore für den FCL, später wechselte er als Profi zu Hertha BSC nach Berlin. Jetzt engagiert sich der  bald 70-Jährige als Botschafter für den FCL und weiss die wissbegierigen, fussballbegeisterten Knaben und Mädchen mit seine Anekdoten zu begeistern.

Vor 120 000 Zuschauern gespielt
Bevor es mit dem Rundgang durch die Swissporarena los geht, können sich die Kids im Kampf um "den schnellsten Schuss" messen; es gewinnen der Michi, mit einem Schuss von immerhin 39km/h, und die Judith, die bei den FCL-Juniorinnen mitspielt. Dann verzieht sich die Schar mit lautem Geschrei aufs Fussballfeld, dass es nur so hallt durchs leere Stadion. 17 000 Zuschauer hätten hier Platz (und es gab schon Zeiten, da waren alle Plätze besetzt), doch Kudi Müller weiss zu berichten, dass er in Berlin schon vor 100 000 und in Barcelona vor 120 000 Zuschauern spielen konnte. Die jungen Fussballfans bestürmen ihn mit Fragen. Wo sind die Reporter? Was ist ein VIP? Und ein Mädchen will in der gediegenen Loge wissen, ob es denn auch einmal hier sitzen dürfe.

Mit Witz und der nötigen Zielstrebigkeit führt Kudi Müller die Fussballschar durchs Medienzimmer, zeigt die Club-Lokalität der Donatoren, die Presidents Lounge und die Business Loge, wo 50 Köche und 40 Servierfrauen jeweils im Einsatz sind. Und wie ist Kudi Müller, der gelernte Schriftenmaler, Fussballprofi geworden? Er war als Schüler im St.Karli-Schulhaus ein blendender Jongleur, was seinem Lehrer nicht entging: Die Klasse dürfe am Vormittag so lange Pause machen, wie Kudi den Ball jonglieren könne, versprach Lehrer Klapproth - die Pause dauert bis zum Mittag, zum Vergnügen seiner Klassenkameraden.

Die Besichtigung im Fussballstadion fand im Rahmen von "Zäme erläbe" - Alt und Jung auf Entdeckungsreise in Luzern - statt, eine Veranstaltungsreihe der städtischen Fachstelle für Altersfragen. Das nächste Mal können Alt und Jung bei den Ermittlungen von Kommissar Flückiger für den "Tatort" dabei sein; das genaue Datum steht aber noch nicht fest. Die Drehtage finden voraussichtlich im Zeitraum Juli-August 2017 statt.

Die Fotogalerie

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