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Temporäre Heimplätze zur Entlastung

Weniger stationäre Pflegeplätze, dafür mehr Temporäraufenthalte: Das ist der Trend in den Heimen von  Viva Luzern AG, wie der Jahresbericht 2018 zeigt.

Von Hans Beat Achermann

Was sich schon lange abzeichnet, widerspiegelt auch der Jahresbericht von Viva Luzern für das vergangene Jahr: Obwohl die Bevölkerung immer älter wird, sinkt der Bedarf an Langzeit-Pflegeplätzen in den sechs Betagtenzentren von Viva Luzern AG – zumindest noch in den nächsten fünf Jahren. Erst dann dürfte aus demografischen Gründen die Nachfrage wieder steigen. Die Heimbranche ist also weiterhin im Wandel. Dieser zeigt sich auch in einem vermehrten Angebot an Temporärplätzen, auch Entlastungsangebote genannt. Die Pflege zuhause stelle „hohe körperliche und seelische Anforderungen an die Angehörigen “, hält Viva-Geschäftsführer Beat Demarmels fest. Um Engpässe in der Betreuung zuhause aufzufangen, bietet Viva mit dem Angebot für Sofortaufnahme Entlastungangebote an, dann zum Beispiel, wenn pflegende Angehörige plötzlich ausfallen. Im Eichhof stehen 10 Plätze für Tagesaufenthalte zur Verfügung, weitere je vier Plätze für Nachtaufenthalte, Ferienbetten oder Sofortaufnahmen. Bei solchen Kurzaufenthalten kann dann auch eine nachhaltige Nachsorgelösung erarbeitet werden. Denn obwohl immer mehr alte Menschen sich zuhause pflegen und betreuen lassen, kommt oftmals der Zeitpunkt, an des es nicht mehr geht, sei es vorübergehend oder dauerhaft. Für diesen Moment sind diese flexiblen Entlastungsangebote geschaffen worden. Ein weiterer Trend zeigt sich auch bei den zunehmend individualisierten Dienstleistungsansprüchen. Dies bedingt eine noch höhere Spezialisierung der Pflegenden. Viva engagiert sich in diesem Zusammenhang bei einem Projekt der Uni Basel, in dem eine Ausbildung zur geriatrischen Pflegeexpertin entwickelt wird.

Die Zukunftsstrategie von Viva ist ganz auf die integrierte Versorgung betreuungs- und pflegebedürftiger Menschen ausgerichtet, Stichwort Wohnen mit Dienstleistungen, wie es in verschiedenen laufenden Projekten vorgesehen ist, zum Beispiel auf dem ehemaligen ewl-Areal und beim Campus Eichhof.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen: Das Durchschnittsalter in den Heimen betrug 2018 85.2 Jahre, 71.1 Prozent der Pflegebedürftigen waren Frauen, 28.9 Prozent Männer. Insgesamt arbeiteten 1170 Personen  bei Viva (959 Vollzeitstellen), 162 davon waren Lernende. Die Auslastung der total 875 Betten betrug im letzten Jahr 95 Prozent, der Gesamtumsatz 105 Millionen Franken, der Gewinn eine Million.

21. 5. 2019

Hier geht es zum Viva-Jahresbericht: https://www.vivaluzern.ch/de/viva-luzern/news/geschaeftsbericht-2018-der-trend-geht-richtung-temporaeraufenthalte/