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Bildlegende: Ein engagierter Stadtrat Adrian Borgula (Mitte), flankiert von Beat Bühlmann (links) und Hildegard Bitzi.

 

Mobilität: Es braucht Kompromisse und Rücksichtnahme

Von Hans Beat Achermann (Text und Bild)

Ein Werkstattgespräch des Forums luzern60plus zum Thema Mobilität zeigte auf, wie schwierig es ist, auf dem engen Stadtraum allen Ansprüchen gerecht zu werden. Kompromisse und Rücksichtnahme sind gefragt.

Das Bild, das Stadtrat Adrian Borgula, verantwortlich für die Ressorts Umwelt und Mobilität, an den Anfang seiner Präsentation stellte, machte gleich klar, worum es ging: Bei der Abzweigung Hirschengraben/Klosterstrasse/Rütligasse mussten auf sehr begrenztem Raum Lösungen gefunden werden, damit Fussgängerinnen und Fussgänger, Zweiräder, Busse, Autos, Personen mit eingeschränkter Mobilität möglichst reibungslos aneinander vorbei kommen. Der Platz ist eng, kommt dazu, dass der Hirschengraben in Kantonsbesitz ist. Die wichtigsten Stichworte, die das Werkstattgespräch im weiteren Verlauf  bestimmten,  waren damit schon implizit geliefert:  Es ist eng in der Stadt, was viele Kompromisse und Rücksichtnahme erfordert, und es braucht weitere Massnahmen, um den motorisierten Verkehr nicht weiter anwachsen zu lassen, den öffentlichen Verkehr weiter zu fördern sowie zusätzliche  Rad- und Fusswege zu realisieren.

Flächen besser nutzen
Genau das will der Stadtrat mit seiner dem Parlament vorgelegten Mobilitätsstrategie 2035 erreichen. Mobilitätsplanung wird darin weiter gefasst, oder wie es Borgula formulierte: „Verkehrsplanung ist auch Raumplanung.“  Wer zum Beispiel im Quartier einkaufen oder einen Treffpunkt aufsuchen kann, braucht dazu kein Auto. Zur Strategie, wie sie der Stadtrat darlegt, gehört, dass die bestehende Infrastruktur optimiert wird, „dass mehr Mobilität auf gleicher Fläche“ ermöglicht wird. Weiter soll durch technische Massnahmen der Verkehr intelligent gesteuert werden und zu guter Letzt sollen auch die Bewohnerinnen und Bewohner noch verstärkt dahingehend sensibilisiert werden, sich zu überlegen, welches Mittel das sinnvollste ist, um von A nach B zu gelangen.

Emotionsgeladenes Thema
Adrian Borgula erhofft sich, dass mit den neuen Zielen die oft emotionsgeladene Diskussion versachlicht und entschleunigt werden kann. Dass Fragen rund um die Mobiltät gerade auch für die ältere Generation mit viel Emotionen verbunden sind, zeigte sich im anschliessenden Gespräch, das Beat Bühlmann als Moderator mit Adrian Borgula und  Hildegard Bitzi (u. a. langjähriges Mitglied in der städtischen Verkehrskommission) führte und in das sich auch anwesende Forumsmitglieder einbrachten: Der Themenmix ging dann von ungedeckten Bushaltestellen (zum Beispiel beim Kantonsspital) über Velorowdys auf den Trottoirs (kostete eigentlich 40 Franken Busse!), was aber viel zu selten geahndet werde, wie ein Mitglied bemängelte, bis zur Forderung nach Sperrung der Seebrücke oder dem Bau einer Metro. Zum letzten Stichwort meinte Borgula: „Für eine Metro ist Luzern zu klein.“ Einigkeit herrschte, dass Velos nicht aufs Trottoir gehören. Der Umwelt- und Mobilitätsdirektor wies immer wieder darauf hin, dass noch viel zu tun sei, auch bezüglich Verkehrssicherheit, dass es in der Umsetzung der Ziele oftmals aber eine Frage der Verhältnismässigkeit sei. „Man kann doch keine Häuserzeile abbrechen, um einen Radstreifen zu machen.“ Er plädierte – und darin waren sich alle einig – für mehr Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmenden sowie gegen Frontenbildungen zum Beispiel zwischen Radfahrenden und zu Fuss Gehenden.  Nur so könne realisiert werden, was im Mobilitätsbericht als Ziel formuliert ist: „In Luzern sind alle gern, sicher und zuverlässig unterwegs.“  

Das Forum luzern60plus möchte eine Arbeitsgruppe zum Thema Mobilität bilden. Dabei geht es nicht nur um Verkehrsfragen, sondern auch um Themen wie öffentliche Räume oder Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Mobilität. Interessierte Forums-Mitglieder, die sich vertieft mit solchen Fragen auseinandersetzen möchten, können sich bei Beat Bühlmann melden. beat.buehlmann@aluzern60plus.ch
21. September 2018