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Was ist eigentlich der Sinn der Luzerner Fests?

Von Mario Stübi

Das vergangene Luzerner Fest hat zwar erneut Zehntausende Besucherinnen und Besucher in die Stadt geführt. Doch auch heuer hat sich ein Trend aus den letzten Jahren fortgesetzt: Der Rückgang beim Verkauf der Festabzeichen, welche freiwillig für zehn Franken erworben werden können. Diese Einnahmen sind für einen guten Zweck bestimmt.

Dass ich diese Tatsache hier erwähnen muss, ist genau das Problem: Die meisten Gästen des Luzerner Fests haben keine Ahnung davon, was der Hintergrund der Veranstaltung ist. Das ist auch kein Wunder. Denn so wie die Veranstaltung daher kommt, besteht kaum ein Unterschied zu einem herkömmlichen Openair oder einem Etappenhalt der Tour de Suisse: Überall die üblichen, grossflächigen Sponsorenlogos. Wo bleibt hier das Besondere im Erscheinungsbild des Luzerner Fests?

Ich hätte einen Tipp, wie man den Abzeichenverkauf ankurbeln könnte. Fakt ist: Das Abzeichen in Form eines Gummibands landet meist schon auf der Heimreise im Güsel, was Nonsense ist. Warum verkauft man den Gästen nicht etwas, das auch nach dem Fest noch Sinn macht und nicht nur Müll produziert? Ich fände ein Schöggeli ausreichend, aber ich kann verstehen, dass dies bei Hitze ein Problem darstellen würde. Oder wie wär‘s mit einem Säckli mit Samen einer bedrohten Blumensorte, die man nach dem Fest zu Hause pflanzen kann? Am besten blau-weiss natürlich.

Ich hoffe sehr, dass die Organisatoren des Luzerner Fest einen Weg finden, um der Bevölkerung den Sinn der Veranstaltung künftig wieder besser bekannt zu machen. So würde Feiern überdies doppelt Spass machen.
3. Juli 2016

Mario Stübi (32) hat Kulturwissenschaften an der Universität Luzern studiert und ist freischaffender Redaktor und DJ. Er sitzt für die SP im Grossen Stadtrat von Luzern und engagiert sich kulturell in diversen Vereinen und Gremien, aktuell für die Zwischennutzung Neubad im ehemaligen Hallenbad Biregg.