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Beat Bühlmann, Paolo Hendry, Angelica Ferroni mit Moderatorin Karin Frei.

„Zwischenhalt“ mit Zwischentönen

Von Hans Beat Achermann (Text) und Joseph Schmidiger (Bild)

Es ist der einzige Anlass, an dem niemand nach dem Alter gefragt wird: der jährliche „Zwischenhalt“, zu dem die Stadt Luzern alle 65jährigen Männer und 64jährigen Frauen einlädt.

Auf der Bühne der Schüür spielen vier Musiker von „Tango perdido“ Astor-Piazolla-Melodien, eine Mischung von Lebensfreude und Melancholie. Genau das sind für viele der 230 erschienenen Luzernerinnen und Luzerner wohl auch die Gefühle, die sie an diesen Abend begleiten. Perfekt organisiert wurde der Anlass auch dieses Jahr von einer Arbeitsgruppe des Forums Luzern 60plus. Stadträtin Manuela Jost wies bei ihrer Begrüssung darauf hin, dass in den letzten Jahren der Übergang ins nachberufliche Leben weicher geworden sei. Heute böten sich aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung auch nach 65 bzw. 64 noch viele Möglichkeiten zu einem Engagement, sei es in der Freiwilligenarbeit, beim Enkel-Hüten oder auch beim Auffrischen einer Fremdsprache. Ein grosser Teil der heute Pensionierten sei dynamisch und vielseitig interessiert.

Mit viel Bündner Humor

Dann übernahm Gastmoderatorin und Ex-Fernsehfrau Karin Frei: Charmant und mit Witz führte sie durch den Abend und streute auch Anekdoten aus ihrer Emmer Kindheit ein. Die hätten auch aus einer Erzählung des Bündner Schriftstellers Arno Camenisch stammen können. Dieser las in zwei Blöcken kürzere Geschichten vor. In „Die Kur“ fährt ein älteres Ehepaar in die Berge, um einen gewonnen Hotelaufenthalt einzuziehen. Schon auf der Hinfahrt zeigen sich in der Kommunikation Abgründe, Missverständnisse, die aber durch den Humor immer wieder entschärft werden.

Zu einem Stehtisch-Gespräch über die städtische Alterspolitik konnte Karin Frei die Präsidentin des Forums Luzern60plus, Angelica Ferroni, den pensionierten Gerontologen und Journalisten Beat Bühlmann sowie den Abteilungsleiter „Alter und Gesundheit“ der Sozialdirektion, Paolo Hendry, begrüssen. Nach einem persönlichen Einstieg wurde es ernsthaft: Angelica Ferroni wies auf die wichtige Funktion des schweizweit vorbildlichen Forums Luzern60plus hin, das sich bei Altersfragen einmischen darf und soll. Obwohl Luzern viel unternimmt und eine weitherum geschätzte Alterspolitik betreibt: Man könnte immer noch mehr tun. Erwähnt wurde das Projekt „Vicino“, das Nachbarschaftshilfe in den Quartieren fördert und in den nächsten Jahren ausgeweitet werden soll.

Mit dem Ende ist nicht fertig

Beat Bühlmann wies darauf hin, dass die Zeit nach der Pensionierung aber auch berechtige, nichts zu tun, keinen Druck und keine Verpflichtungen mehr haben zu müssen oder einfach zu warten, bis etwas entstehe, kurzum also „einen Zwischenhalt einzuschalten“.  Eine Geschichte von Arno Camenisch schloss mit dem Satz, „dass mit dem Ende noch lange nicht fertig ist“. Das trifft hoffentlich für die meisten der Anwesenden auch so zu. Mit dem Ende des offiziellen Teils war auch der „Zwischenhalt“ noch lange nicht fertig: Es folgten viele Gespräche, ein Apéro riche und die schon traditionelle Tanz-Rockmusik mit den Kirk‘s Patrol.   

Fotos: Joseph Schmidiger, Luzern