Politsatire im Fernsehen.
Eine Empfehlung von Marietherese Schwegler

Pflegenotstand als bissige Satire
Darf man das? Da mangelt es in Deutschland (und nicht nur dort) an Fachkräften für die Pflege alter Menschen – und das ZDF macht aus diesem Stoff bissige Satire. Die in der Sendung „Die Anstalt“ aufs Korn genommenen Zustände sind niederschmetternd. Dass man stattdessen grimmig lachen muss, wenn die Satiriker Max Uthoff und Claus von Wagner im Pflegeheim die Misere verhandeln, ist doch aber tröstlich. Zwei Treffer pro Satz, einer böser als der andere. Dass das Luzerner Komikerduo Ohne Rolf in der Sendung mitmacht, ist ein extra Grund, diese Politsatire nach-zuschauen. Aber Warnung! Nur für Alte, die hart sind im Nehmen. Es könnte ja dereinst auch uns treffen. ZDF. Die Anstalt vom 5. Dezember 2017

Agenda

Hinweise auf Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte

Dienstag, 12. Dezember, 19.30, Hotel Schweizerhof, Luzern
Literatur und Politik. Podium mit Dorothee Elmiger, Moritz Leuenberger, Peter von Matt
Unter der Leitung von Dr. Erwin Koller diskutiert die illustre Runde „zu einem strittigen Thema“, wie es in der Ausschreibung der veranstaltenden LiteraturGesellschaft Luzern vielversprechend heisst. Flyer

Dienstag, 12. Dezember, 18.30-20.00, Hörsaal des Luzerner Kantonsspitals
Bewegung im Alter – Wie wenig ist genug?

Elmar Anliker, Bewegungswissenschafter, und Urs W. Müller, Co-Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie,  sprechen an einem Vortragsabend  des Luzerner Kantonsspitals über die Bedeutung der Bewegung für ältere Menschen. Anschliessend wird ein Apéro offeriert. Der Eintritt ist frei.

Bis Mittwoch, 20. Dezember, diverse Aufführungsorte
Weihnachtsstimmung mit der Musikschule Luzern
Die Schülerinnen und Schüler der Musikschule Luzern verbreiten in der Adventszeit Weihnachtsstimmung an verschiedenen Orten der Stadt. Mit Konzerten in Kirchen, am Weihnachtsmarkt auf dem Franziskanerplatz oder zusammen mit dem Luzerner Sinfonieorchester im KKL. Stichworte:
* Konzert des Jugendblasorchesters Luzern in der Kirche St. Michael auf Rodtegg (10. 12.)
* Swingin’ X-Mas mit der Big Band, Weihnachtsmarkt auf dem Franziskanerplatz  (15. 12.)
* «Tubas de Noël» auf dem Franziskanerplatz (16. 12.)
* Jubelklänge mit dem Luzerner Sinfonieorchester im KKL: Das traditionelle Weihnachtskonzert für Kinder und Erwachsene (20. 12.)
Genaue Termine und Aufführungsorte: Musikschule Luzern

Mittwoch, 3. Januar, 14.30 - 16.00, Kunstmuseum Luzern
Rundgang mit Workshop für Grosseltern und Enkelkinder
Rundgang durch die Jahresausstellung Zentralschweizer Kunstschaffen im Kunstmuseum Luzern; mit Workshop, begleitet von der Kunstvermittlerin Anna-Lisa Schneeberger. In Kooperation mit der Fachstelle für Altersfragen Stadt Luzern.
Kosten: Eintritt ins Kunstmuseum, keine Anmeldung nötig

Donnerstag, 1. Februar 2018, Nationale Tagung in Olten
Im Alter eine Sehbehinderung bewältigen
Menschen, die erst im Alter mit einer Sehbehinderung konfrontiert werden, sind doppelt herausgefordert: von der Sehbeeinträchtigung und vom Altwerden. Im Rahmen der Studie COVIAGE wurde ein „Modell zur Bewältigung von im Alter auftretender Sehbehinderung“ erarbeitet, mit Empfehlungen für die Beratungs-, Betreuungs- und Selbsthilfe-Praxis. Die Studie wird an einer Tagung vorgestellt. Beteiligte: Schweizerische Organisationen des Sehbehindertenwesens; Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich; Fachhochschule Westschweiz HES-SO. Programm. Anmeldung (Anmeldeschluss: 8.1.2018)

Kultur + Bewegung für Menschen mit Demenz
Die Luzerner Infostelle Demenz bietet demenzbetroffenen Menschen vielfältige Möglichkeiten, durch Bewegung und geistige Aktivitäten den Alltag zu bereichern und die Lebensqualität zu steigern. Gemeinsam mit anderen etwas unternehmen – ein Spaziergang am See, einen Ausflug ins Tropenhaus Wolhusen, Tanzen, Singen, Musizieren. Diese und weitere Möglichkeiten stehen Menschen mit Demenz offen. Gestartet wird am 25. Januar mit einem 3-stündigen Kochplausch.
Auskunft, Programm: Infostelle Demenz Luzern, Tel. 041 210 82 82 / Email: infostelle@alz.ch

Impulse - das neue Halbjahres-Kursprogramm der Pro Senectute
Wasserfitness im Vierwaldstättersee, Nothilfe für Grosseltern, Malen auf Acryl, Rhythmus erleben beim Trommeln oder Sozialmedia-Plattformen wie Facebook entdecken ­-  das ist ein kleiner Ausschnitt aus den neuen Angeboten. Daneben bietet das Kursprogramm der Pro Senectute des Kantons Luzern auch viele bewährte Angebote: Exkursionen und Besichtigungen, Computer oder Handy-Kurse, Sprachkurse sowie Sportangebote von Fitness und Bewegung über Wandern, Wasserfitness bis zu Ski-und Langlauftouren. Auch gibt es ein abwechslungsreiches Programm für Mensch mit Demenz. Dank geistiger und körperlicher Aktivitäten wird die Qualität ihres Lebens positiv beeinflusst. Jetzt ist die Zeit zum Auswählen und Anmelden. Das Programm für das 1.Halbjahr 2018 ist auch online bei Pro Senectute erhältlich.


Lesen. Hören. Schauen.
Die Medien-Nachlese von Luzern 60plus

Alt, älter, Senior?
Oder Silver Ager? „Früher war man mit 62 ein alter Mann – wenn man überhaupt noch am Leben war –, heute ist man ein älterer Herr.“ Der Literaturredaktor Martin Ebel vom Tages Anzeiger sinniert in seinem wöchentlichen Kurzvideo über schönfärberische Formulierungen für nicht mehr ganz junge Menschen.  Zum Video vom 2.12.2017

Gefährliche Pillencocktails im Pflegeheim
In den Pflegeheimen der Schweiz leben rund 91'000 Bewohnerinnen und Bewohnern. Ihnen wurden letztes Jahr Medikamente für 210 Millionen Franken verabreicht. Das bedeutet durchschnittlich 2300 Franken pro Person. Im Schnitt erhielt jeder Heimbewohner 9 verschiedene Medikamente gleichzeitig, was schwere Nebenwirkungen verursachen kann. Die Zahlen, die von Krankenkasse Helsana erstmals ermittelt wurden, gaben im Tagesanzeiger und im Bund zu aufschlussreichen Artikeln Anlass. Experten fordern bei der Behandlung von betagten Patienten Prioritäten zu setzen. Und im Kommentar heisst es: „Letztlich geht es um ein Abwägen des Nutzens gegen einen potentiellen Schaden – und zwar spezifisch und individuell auf die Patienten zugeschnitten.“ Zum Artikel im Bund

Medien und PopulistInnen profitieren voneinander

Der freischaffende Publizist Matthias Zehnder macht in der Wochenzeitung (WoZ) auf das von den Medien kaum so angestrebte Zusammenspiel mit dem Populismus aufmerksam. Sein Beispiel kommt aus Deutschland, aber es greift immer mehr auch hier. Zehnder schreibt, eine über Monate überhitzte AfD-Berichterstattung habe mit zum Grosserfolg der Rechtspartei bei den deutschen Wahlen beigetragen. Von 141 Talkshows von ARD und ZDF im 2016, habe sich über die Hälfte mit dem Themenkomplex Flüchtlinge, Islam, AfD und Radikalisierung beschäftigt. Warum? "Immer mehr Medien funktionieren nach der Aufmerksamkeitslogik. Sie definieren sich über Verkaufszahlen und Klicks im Internet." Der Mechanismus lasse sich in drei Worten zusammenfassen: emotionalisieren, skandalisieren, personalisieren. Den Mechanismus hätten längst auch Schweizer Politiker durchschaut. Mehr dazu unter dem Link zur WoZ.

Wilhelm Tell und Hohle Gasse - Geschichte 'raus, Mythos 'rein
In einem weiteren, trefflich illustrierten Blog auf der Website des Schweizerischen Landesmuseums in der Reihe "Historische Fabrik" setzt sich der Emmer Historiker Kurt Messmer mit der Tellsgeschichte auseinander. Sie war "verbreitet, populär und prägend", auch für die 600-Jahrfeier des Waldstätterbundes am 11. September 1932 auf dem Kapellplatz in Luzern. "Geschichte und Gegenwart gingen damals ineinander über", schreibt Messmer. Der Tag wurde "zum Beginn der geistigen Landesverteidigung". Geschichte sei die Wissenschaft der Graustufen, schreibt Messmer im lesenswerten Blog.
Website des Landesmuseums

Worauf es am Ende ankommt
Bei der Palliative Care drehe sich keineswegs alles nur ums Sterben, sagt Steffen Eychmüller. Sondern darum, was den Patienten in ihrer verbleibenden Lebenszeit am besten tut. Steffen Eychmüller ist Chef des Palliativzentrums am Insespital Bern und Stiftungsprofessor für Palliative Care an der Universität Bern. Er gibt in einem Artikel im „Bund“ Einblick in die Aufgaben und Arbeitshaltung des interprofessionellen Palliative-Care-Teams.
Zum Artikel von Irène Dietschi, Der Bund, 15.9.2017

Wer zahlt die Pflegeheimkosten?
Welche Kosten müssen Kinder übernehmen, wenn ihre Eltern pflegebedürftig werden? Diese Frage stellt die NZZ in einem Beitrag unter dem Titel „Eltern im Pflegeheim – wer zahlt?“ Falls das Einkommen aus AHV und zweiter Säule für die Bezahlung des Pflegeheimaufenthalts nicht mehr ausreichen, können in erster Linie Ergänzungsleistungen EL beantragt werden. Auch das Vermögen kann für die Bezahlung eingesetzt werden, allerdings nur bis zu einem Freibetrag. Dieser liegt aktuell bei 37‘500 Franken bei Alleinstehenden und bei 60‘000 Franken für Ehepaare. Massgebend für die Kostenübernahme durch Kinder (oder auch Eltern) ist das ZGB. Dort heisst es, wer in günstigen Verhältnissen lebe, sei verpflichtet Verwandte in auf- oder absteigender Linie zu unterstützen. Bemessungsgrundlage für „günstige Verhältnisse“ ist das steuerbare Einkommen und Vermögen. Es beträgt für Alleinstehende 120‘000, für Verheiratete 180‘000 Franken. Unterstützung ist somit nur zu leisten, wenn Kinder mehr verdienen.
Zum NZZ-Artikel