Der Ausstellungstipp von Marietherese Schwegler

Nur noch bis 20. August, Ausstellung im Kunstmuseum Luzern
Gilles Rotzetter. Swiss Atom Love: Bomben-Kunst
Kunst und Bomben – Atombomben um präzise zu sein – darum geht es in Gilles Rotzetters Ausstellung „Swiss Atom Love“. Der Künstler zeigt das Bild gewordene Ergebnis der Recherche zu einem Stück Schweizer Geschichte, das wohl den Wenigsten bisher nicht bekannt war: Die Schweiz wollte eine Atommacht werden. 1946 wurde das geheime Projekt gestartet, 1958 machte der Bundesrat seine Absicht bekannt, aber bis 2050 sollen die Dokumente über das Atombombenprojekt im Archiv gesperrt bleiben. Rotzetters Bilder sind heftig, brutal, sie lösen eine innere Erschütterung aus, die dem Zerstörerischen des Atomwaffenprojekts gilt. – Keine erbauliche Sommerausstellung also. Der Schock mag sich etwas abkühlen, wenn man nach Rotzetter die idyllischen Landschaftsbilder von Robert-Zünd auf sich wirken lässt, die gleichzeitig im Kunstmuseum zu sehen sind. Aber es ist nicht einfach, Zünds Abendrot über dem See nicht als Indiz für einen Bombenabwurf zu sehen. Unbedingt zu empfehlen ist der erhellende Katalog „Gilles Rotzetter. What’s Broken Becomes Better“. 

Agenda

Hinweise auf Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerte

Dienstag, 29. August, 18.30 Uhr, MaiHof Kirchensaal, Weggismattstr. 9, Luzern
Vitalität und Kreativität im Alter
Vortrag von Prof. Franz Kolland, Universität Wien. Was wären wir ohne unsere Kreativität? Irgendetwas, aber keine Menschen. Menschen nutzen ihre geistige Kraft, die unter allen Lebewesen einzigartig ist. Kreativität ist nicht allein Mittel zum Zweck. Sie ist Selbstverwirklichung und Ausdruck, vermittelt Lebensfreude und bestimmt unser Selbstwertgefühl. Kreativität in der Spätlebensphase bedeutet vor allem Auswahl und Suche, bei der die Lebenserfahrung eine entscheidende Rolle spielt. Der Abend ist Teil des Vortragszyklus‘ «Lebensreise» der Fachstelle Altersfragen der Stadt Luzern

Samstag, 2. September 2017, 14 bis 16 Uhr, Waisenhausplatz in Bern
GrossmütterRevolution ruft zur Demo auf
Das Alter ist uns teuer! Unter diesem Motto führt die GrossmütterRevolution, die sich in den letzten Jahren intensiv mit dem hohen Alter und der damit verbundenen Care-Arbeit auseinandergesetzt hat, zu einer Kundgebung in Bern auf.
Programm und Infos: www.grossmuetter.ch

Donnerstag, 21. September 2017, 19.00 Uhr, Neubad Luzern
Glugg, glugg, Glück...
Die Meldestelle für Glücksmomente lädt ein zu einer Gesprächsrunde mit Witz, Ironie und Inspiration zum Thema Glück, moderiert von Hanspeter Müller-Drossaart. Mit dem Musiker und Songwriter El Ritschi, der interkulturellen Vermittlerin  Eylem Dimirici, der Philosophin LIsa Schmuckli und mit Sigmar Willi, Dozent für Persönlichkeitsbildung.
www.gluecksmomente-teilen.ch.

Freitag, 6. / 13. / 20. Oktober, je nachmittags, SRK, Maihofstrasse 95c, Luzern
Babysitting: Extrakurs für Grosseltern und andere Erwachsene
Kinderbetreuung – eine Lieblingsaufgabe vieler Grosseltern. Das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Luzern bietet neu einen zehnstündigen Kurs an, in dem Grosseltern, Gotte/Götti und andere Erwachsene ihre Kenntnisse über Grundlagen der Baby- und Kleinkindbetreuung auffrischen können. Kursthemen sind zum Beispiel: Entwicklungsschritte vom Baby zum Kleinkind; Ernährung; Ideen für Spiele; sichere Umgebung und Unfallverhütung.
Infos zum Kurs, Anmeldung

Bericht über den ersten Kurs

Lesen. Hören. Schauen.

Die Medien-Nachlese von Luzern 60plus

Ist da etwas, das im Alter besser wird?
Was denken drei Hundertjährige über das gelebte Leben, über das ewige Leben? Zwei Journalisten, Felix Dachsel und Jan Ludwig, haben in einer Seniorenresidenz in Berlin mit zwei Frauen und einem Mann über deren Alltag, über Partnerschaft, späte Liebe, über Junge, Handys und übers Glück gesprochen. Ein berührendes, alltagsphilosophisches Gespräch. Nachzulesen in DIE ZEIT vom 13. Juli 2017

Liebevolle Slowakin gesucht
In der Schweiz betreuen über 10 000 osteuropäische Frauen alte Menschen zu Hause, bei miserablen Arbeitsbedingungen. Dennoch sei der Bundesrat nicht bereit, ihre Rechte wesentlich zu verbessern, berichtet Michael Soukup im Tages-Anzeiger vom 11. Juli 2017. Hier nachzulesen.

Betreuung zu Hause - das geht auch anders. Luzern 60plus hat über ein positives Beispiel aus dem „Caritas Care Betreuungsprogramme“ berichtet. Zum Artikel von Hans Beat Achermann: „Delia aus Siebenbürgen ist Betreuerin auf Zeit“

"Ein Nein zur Rentenreform würde die Sozialwerke gefährden"
Wenn die Altersreform 2020 scheitere, sehe er grosse Risiken für unser Sozialsystem, sagt der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber in einem Interview im Magazin der Personalvorsorgestiftung der Ringier Gruppe. Bei einem Nein würde es zu einer Individualisierung kommen. Es gebe heute schon Leute, welche sagten, "ich kann selbst für mich sorgen". Dann werde der Solidaritätsgedanke, der hinter der AHV stecke aufgegeben oder zumindest relativiert. Es gelte vor allem Ungerechtigkeiten zu verhindern. Darum die Kompensation bei den gesetzlichen Änderungen: Auf der einen Seite stehe die längst fällige Senkung des Umwandlungssatzes der 2. Säule von 6.8 auf 6.0 Prozent, auf der anderen die monatliche Erhöhung der AHV-Rente um 70 Franken.
Ringier Vorsorgemagazin 2017.pdf (siehe Interview Seiten 6 bis 8)

Demenz führt oft in die Isolation
Die Alzheimervereinigung Luzern feierte ihr 25-jähriges Bestehen. Präsidentin Mirjam Müller-Bodmer erklärt in einem Interview mit der Luzerner Zeitung vom 15. Mai 2017, warum Demenz noch immer ein Tabuthema ist. Sie zeigt auf, mit welchen Belastungen gerade auch Angehörige von erkrankten Menschen zu kämpfen haben. «Es braucht Wege aus dieser Isolation“. Zum Text von Susanne Balli

Eine neue Website über Palliativ-Stationen
Am Anfang der Onlineplattform www.palliativkarte.ch stand der schwerkranke Vater des Fotoreporters und Videojournalisten Fabian Biasio, für den er einen neuen Platz suchte. "Wenn die Symptome von Schwerkranken nach einem Spitalaufenthalt stabilisiert sind, stellt sich oft die Frage, wohin wir sie verlegen sollen", sagt die Palliativspezialistin Monika Obrist. Als wertvolles Informationsmittel haben nun Fabian Biasio und der IT-Programmierer Andreas Ley die Website Palliativkarte.ch entwickelt und 49 palliative Einrichtungen mit definierten Qualitätsstandards in der Schweiz aufgelistet, die meisten davon im Kanton Zürich. Räume und Umgebung sind abgebildet. Und es gibt Video-Testimonials der dort arbeitenden Personen.
"Eine Website für die letzte Reise", Tagesanzeiger, 20. April 2017, Seite 23)

Demenzkranke werden daheim eingeschlossen
„Mit Doppelschlössern und Bettgittern hindern Familienmitglieder ihre demenzkranken Angehörigen am Weglaufen. Weil sie zur Arbeit müssen, eine Verschnaufpause brauchen – und weil das Geld für die externe Betreuung nicht reicht.“ Die NZZ vom 22.3.2107 berichtet über Demenzkranke, die von Angehörigen zu Hause betreut werden. Und zeigt, was die Überforderung oft für traurige Folgen hat. Zum Artikel von Angelika Hardegger.
Und zum Kommentar in der gleichen NZZ-Ausgabe von Simon Hehli
"Pflege von Demenzkranken: Die Angehörigen nicht alleinlassen"