Daniel Suter, neuer Präsident der Pro Senectute Luzern

Sportler, Manager, Weltverbesserer und "Sonntagsknecht"

Daniel Suter hat eine erfolgreiche, abwechslungsreiche Karriere als Manager hinter sich. Jetzt, nachdem er in Pension gegangen ist, tritt er an die Spitze der Pro Senectute Luzern. Die altehrwürdige Stifung könnte von den Erfahrungen des Kommunikationsprofis profitieren.

Von Hanns Fuchs (Text) und Joseph Schmidiger (Bild)

Daniel Suters berufliche Stationen der letzten 20 Jahre lesen sich wie das Palmares eines schweizerischen Erfolgs-Managers: Direktor der CTS SA (Congrès, Tourisme et Sport) Biel, Leiter «Partner-Marketing und Kommunikation» der Expo 02, Direktor des Verkehrshaus der Schweiz, CEO Swiss Olympic und zuletzt, bis zur Pensionierung mit 60, Direktor am Campus Sursee. So eindrücklich sich seine berufliche Karriere anhört, so falsch wäre es, den im Sommer 2020 zum Präsidenten des Stiftungsrates der Pro Senectute Luzern gewählten Suter darauf zu reduzieren.

Sport als Lebensschule

Im Gespräch mit Daniel Suter taucht ein Thema immer wieder auf: Sport im allgemeinen und Rudern im speziellen. Es ist unverkennbar: der Rudersport hat den grossgewachsenen, auch mit 60 noch sportlich schlanken Mann geprägt. Mit zehn sass er erstmals in einem Ruderboot des See-Club Biel. Sport ist für ihn zum Lebensbegleiter geworden und er sieht in ihm auch eine Lebensschule. Im Sport, namentlich im Mannschaftssport werden nach seiner Erfahrung Werte vermittelt, die im Leben eigentlich unverzichtbar sind: Verlässlichkeit, Verantwortung, Durchhaltewillen, Teamgeist. «Nicht der Sieg ist entscheidend,» sagt Suter zu seinem sportlichen Credo, «sondern die im Moment bestmögliche Leistung.»

In Biel, der Uhrenmetropole und einstigen «Zukunftsstadt» ist Daniel Suter aufgewachsen, hat die Schulen und das Lehrerseminar absolviert und die ersten Berufsjahre als Lehrer verbracht. Auch danach hielt es ihn beruflich vorerst in Biel, in Leitungsfunktionen beim CTS und bei der Expo 02. Als die Landesausstellung im Dreiseenland abgebaut wurde, wechselte der inzwischen zum Marketing- und Kommunikationsfachmann weitergebildete Suter nach Luzern: Er wurde Direktor im Verkehrshaus der Schweiz. Die Stadt war ihm als Ruderer ohnehin schon vertraut und im Verkehrshaus fand er als ausgesprochen technik-affiner Mensch ein berufliches Umfeld das ihm behagte. Der private Umzug von einem See zum andern war naheliegend, Suters zügelten nach Merlischachen, und der Bieler ruderte jetzt mit den Kollegen vom RC Reuss und SC Luzern auf dem Vierwaldstättersee – allerdings nur wochentags, jeweils ab viertel vor sechs am Morgen, die Wochenenden gehörten und gehören nach wie vor den alten Bootskollegen vom SC Biel.

Verkerhshaus, Swiss Olympic und Campus Sursee

Unter Suters Leitung erholte sich das Verkehrshaus von einer Besucher-Baisse zum wieder erfolgreichsten Museum der Schweiz. Doch nach acht Jahren war für den dynamischen Suter eine neue Herausforderung fällig – er machte den Sport zu seinem nun auch beruflichen Mittelpunkt und übernahm den Job als CEO von Swiss Olympic. Das war dann allerdings ein kurzes Zwischenspiel in Suters beruflicher Laufbahn – er hatte mit dem Schweizer Sport mehr vor, als es die Strukturen von Swiss Olympic zuliessen. Noch während der Probezeit und nach knappen drei Monaten verliess er die Zentrale der schweizerischen Sportbürokratie.

In Sursee fand er als Direktor des Campus Sursee, dem Bildungs- und Seminarzentrum der Schweizer Bauwirtschaft, jenes berufliche Umfeld, das ihm die Herausforderungen bot, die er suchte: Teamplayer Suter und seine Crew machten den Campus Sursee zum mit dem «Esprix Swiss Award for Excellence» ausgezeichneten Erfolgsunternehmen. Zur Hinterlassenschaft der «Aera Suter» im Campus Sursee zählen ein Hotelgebäude mit 550 Zimmern und Parkierungsanlage, eine Ausbildungsarena für Kran- und Baumaschinenführer – und die Sportarena mit olympiatauglichem 50-Meter-Hallenbad und Dreifach-Turnhalle sowie die Zertifizierung als «2000-Watt-Areal» durch das Bundesamt für Energie BFE.

Im Sommer 2020 ging Daniel Suter als 60jähriger in Pension. Den Übergang vom Manager-leben in den «Ruhestand» gestaltet Suter ruhig und sinnvoll: er wandert mit seinen Lamas von der Innerschweiz nach Romontberg bei Biel. Dort in der stillen Juralandschaft führt seine Frau einen Landwirtschaftsbetrieb. «Ich bin dort der Sonntagsknecht», lacht er. Und damit sind wir bei Pro Senectute.

Pro Senectute hat ein Imageproblem

Auf den ersten Blick passen Suter und Pro Senectute irgendwie nicht zusammen – da der jugendlich wirkende Sportler und Manager, dort die über 100 Jahre alte Stiftung «für das Alter», gegründet, um «in unserem Lande die Teilnahme für Greise beiderlei Geschlechts ohne Unterschied des Bekenntnisses zu wecken und zu stärken». Daniel Suter ist bewusst, dass die Stiftung ein Imageproblem hat - «Die Stiftung hat ein hervorragendes Angebot, um Menschen ein selbstbestimmtes Altern in Würde zu ermöglichen,» sagt er, «aber in der Wahrnehmung wirkt sie etwas verstaubt.» Hier, glaubt Suter, hat er als Kommunikationsprofi etwas zu bieten. In seiner neuen Funktion möchte er darauf hinwirken, dass die Angebote der Pro Senectute als das wahrgenommen werden, was sie sind: eine Möglichkeit, zum selbstbestimmt leben und würdig altern - «eigentlich eine Selbstverständlichkeit», glaubt Daniel Suter, und er verweist auf die gelebte Familienpraxis: alle wichtigen Fragen, auch über Leben und Sterben, werden im Vier-Generationen «Familienrat» besprochen.

«Ich will die Welt verbessern» sagt Suter – um beizufügen «dort, wo ich es kann». Und als eine seiner Führungsqualitäten hat er in einem Interview mit dem Campus-Newsletter «Chefsache» genannt: «Ich kann zuhören, einfach reden, aber kompliziert denken».

14. August 2020 / hanns.fuchs@luzern60plus.ch

 

 

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