Ein Paradebeispiel für freiwilliges Engagement

08.07.2026 | Hedy Bühlmann (Text und Bild)

«Jung und alt und überhaupt» lautete das Motto des «Marktplatzes 60plus» in der Kornschütte. Die 13. Auflage des beliebten Anlasses war auch heuer ein grosser Erfolg und brachte junge und alte Menschen zusammen.

Auch Beat Bieri, Filmemacher und Mitglied der Redaktion von Luzern60plus, liess sich am «Marktplatz» von Moderatorin Andrea Pfalzgraf befragen.
Auch Beat Bieri, Filmemacher und Mitglied der Redaktion von Luzern60plus, liess sich am «Marktplatz» von Moderatorin Andrea Pfalzgraf befragen.

Für Stadträtin Melanie Setz war der «Marktplatz» nicht einfach ein Abhaken einer Pflicht als Sozialdirektorin. Im Gegenteil, sie ging auf Tuchfühlung mit dem Publikum und wurde nahbar. Auf die Frage der Moderatorin, wie sie zur Politik gekommen sei, sagte sie schmunzelnd: «Der Staatsbesuch von Queen Elisabeth im Mai 1980 hat offenbar nachhaltig auf mich als Baby gewirkt.»

Am Familientisch in Hinwil sei nicht politisiert worden, der Vater habe stattdessen fleissig Hanf angebaut. Der Drang zur Veränderung und ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn rückten gesellschaftliche Fragen für die junge Frau in den Vordergrund. Melanie Setz erinnerte sich, dass bei ihrem Umzug nach Luzern vor über zwanzig Jahren fehlender günstiger Wohnraum sowie die Boa-Schliessung im Jahr 2007 hohe Wellen geschlagen hätten.

Eine «Marktplatz»-Besucherin ergänzte: «Es stimmt aber auch, dass Luzern ein Vorbild ist in Bezug auf das städtische Engagement für ältere Menschen.» Sie sei deswegen aus Basel in die Nähe ihrer Schwester nach Luzern gezogen. Vor allem das «Vicino»-Angebot weiss sie zu schätzen. Am «Marktplatz» schaue sie sich weitere Organisationen an, über deren Angebote sie schnell mit anderen älteren Menschen in Kontakt kommen könne.

Wer neben Beruf oder nach dem offiziellen Berufsleben nach sinnhaften Tätigkeiten sucht, wurde auch bei dieser «Marktplatz»-Ausgabe vom 2. Mai fündig. Interessierte liessen sich inspirieren, die Freiwilligen-Organisationen fanden neue Engagierte. Themen wie Gesundheit/Krankheit, Pflege, Mobilität und Wissensvermittlung standen bei den 34 Institutionen, die sich in der Kornschütte präsentierten, im Fokus. Diese Themen wurden von Jung und Alt tatkräftig bewirtschaftet – miteinander, nebeneinander und füreinander.

Die Anwesenden waren sich einig: Die Stadtluzerner Politik fördert die Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben. Über Jahre hinweg ist der «Marktplatz 60plus» zum geschäftigen Umschlagplatz für junge und ältere freiwillig Engagierte geworden. Das Projekt «Marktplatz 60plus» korrigierte das Image von alten Menschen: weg von Empfängerinnen und Empfängern von Unterstützung hin zu Menschen, die das gesellschaftliche Leben aktiv mitgestalten.

Der «Marktplatz 60plus» wird von einer Arbeitsgruppe des Forums Luzern60plus jedes Jahr organisiert – in Freiwilligenarbeit, versteht sich.

Hedy Bühlmann

Redaktorin

Geboren 1958. Sie begleitet seit über 20 Jahren Frauen und Männer in ihrer beruflichen Entwicklung. Davor hat die frühere Journalistin über 13 Jahre lang in der Sahelzone gearbeitet und geforscht. Von Haus aus ist sie Germanistin und Publizistin, mit Nachdiplomstudium für Internationale Zusammenarbeit an der ETH Zürich.