Es war einmal ...
Luzern in der Schweizer Filmwochenschau – heute mit: «Die Goya-Diebe gehen der Luzerner Kantonspolizei in die Fänge» (1949) und «Erster Cupsieg für den FC Luzern» (1960).
Im Januar 1949 raubten Kriminelle aus dem Musée d’Argen in Frankreich das berühmte Gemälde «Autoportrait», ein Selbstporträt des Malers Francisco de Goya aus dem Jahre 1783. Dabei wurde das Gemälde unzimperlich mit dem Messer aus dem Rahmen geschnitten. Die internationale Betrügerbande – ein angebliches russisches Adligenpaar, Mutter und Sohn, sowie ein Komplize flohen mit falschen Pässen in die Schweiz – wo sie in Luzern, auf der Zugsfahrt nach Andermatt, von der Kantonspolizei verhaftet werden konnten.
O-Ton Filmwochenschau: «Die Schweizer Reise endete wie die vieler berühmter Leute in Luzern.» Aufgefallen bei ihrer Flucht waren die Bilderräuber, weil mit ihnen ein kleiner Affe reiste. Die Filmwochenschau erzählte die Geschichte dramatisch mit nachgestellten Szenen, lange, bevor dafür der Begriff Reenactment erfunden wurde.
Und: Erster Cupsieg für den FC Luzern – «Luzern kam, sah und siegte» (Transparent der FCL-Fans). In Bern gewann der FC Luzern 1960 gegen Grenchen erstmals den Schweizer Fussball-Cup.
Die Schweizer Filmwochenschau (SFW) produzierte von 1940 bis 1975 über 6600 wöchentliche Beiträge, die im Vorprogramm der Kinos gezeigt wurden – mit aktuellen Themen aus Politik, Kultur, Sport und Unterhaltung. Auftraggeber war der Bundesrat. Die SFW war Teil der geistigen Landesverteidigung, und während der Kriegsjahre waren die Schweizer Kinos verpflichtet, die Filmwochenschau im Vorprogramm zu zeigen. Mit dem Aufkommen des Schweizer Fernsehens erlosch das Interesse an den SFW-Beiträgen.