Gut geschützt durch die Wintersaison

10.10.2026 | Ursula Vogt

Nachdem im letzten Jahr erstmals eine nationale Impfwoche durchgeführt worden ist, sind es in diesem November neu zwei Wochen. Geimpft wird gegen Grippe, Covid-19 und RSV und angesprochen ist besonders die Generation 60+.

Aus dem sogenannten Vial (Impffläschchen) wird der Impfstoff aufgezogen. Bild: LUKS
Aus dem sogenannten Vial (Impffläschchen) wird der Impfstoff aufgezogen. Bild: LUKS

Kaum ist die kalte Jahreszeit da, beginnt für viele die lästige Zeit der Atemwegsinfektionen: Die Nase läuft, der Rachen kratzt, der Husten hält sich hartnäckig – und manchmal bleibt am Ende nur noch der Weg ins Bett. Dass wir uns im Winter häufiger anstecken, hat verschiedene Gründe. Wir halten uns vermehrt in geschlossenen Räumen auf und kommen anderen Menschen näher. Zudem können sich bestimmte Viren unter kalten und trockenen Bedingungen leichter verbreiten. Auch der allgemeine Gesundheitszustand und die Immunabwehr können eine bedeutsame Rolle spielen. Umso wichtiger ist es, sich zu schützen: Impfungen gehören zu den wirksamsten Massnahmen, um Infektionskrankheiten vorzubeugen und schwere Verläufe zu verhindern. Die Impfempfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit für die Wintersaison umfassen Impfungen gegen Grippe (Influenza) ab 65 Jahren, Covid-19 als Auffrischimpfung ab 65 Jahren sowie RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) bei älteren Personen ab 75 Jahren.

Sicherheitshalber zwei Impfwochen

Die erste nationale Impfwoche von 2025 hat den traditionellen Impftag abgelöst, der bis 2024 jeweils im Herbst stattfand. In diesem Jahr sind es sogar zwei nationale Impfwochen: vom 2.–7. November und vom 23.–28. November (jeweils Montag bis Samstag). Ziel ist es, der Bevölkerung einen einfachen und niederschwelligen Zugang zu den saisonalen Impfungen gegen Grippe, Covid-19 und RSV zu ermöglichen – und zwar möglichst rechtzeitig vor Beginn der Wintersaison. Dass es 2026 gleich zwei Wochen sind, hat seinen Grund: Da Anfang November möglicherweise noch nicht alle Arztpraxen und Apotheken über genügend Grippe-Impfdosen verfügen, wurde ein zweites Zeitfenster Ende November geschaffen. So stehen auch dann Impfangebote zur Verfügung, wenn es beim Impfstoff zu Lieferengpässen kommt.

Besonders gefährdete Personen im Fokus

Grippe, Covid-19 und RSV beginnen oft mit milden, erkältungsähnlichen Symptomen. Die Infektionen betreffen die Atemwege und können insbesondere bei Personen mit erhöhtem Risiko zu schweren Verläufen führen, die eine Behandlung im Spital erforderlich machen können. Dr. med. Sonja Bertschy, stv. Chefärztin Infektiologie und Infektionsprävention am Luzerner Kantonsspital (LUKS), äussert sich auf Anfrage zur Grippe-Impfung, die die häufigste Viruserkrankung im Winter ist. Sie hält fest: «Menschen ab 65 gehören zu den besonders gefährdeten Personen. Deshalb ist eine Grippeimpfung sinnvoll. Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab, wodurch das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Komplikationen steigt. Zudem leiden viele ältere Personen an chronischen Erkrankungen, die durch eine Grippe verschlechtert werden können. Gleichzeitig nehmen die körperlichen Reserven ab. Kurz gesagt: Vorbeugen ist besser als heilen.» Nebenwirkungen sind nie ganz ausgeschlossen, aber, so die Spezialistin: «Grippe-Impfstoffe sind bewährte Totimpfstoffe, also ohne lebende Erreger, die sicher und gut verträglich sind. Es kann zu normalen Impfreaktionen wie Schmerzen, Rötung, Schwellung an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen und Müdigkeit kommen. Zusätzlich können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie allgemeine Symptome wie Fieber oder Schüttelfrost auftreten.» Nach ihren Erfahrungen sollte «nur bei einer schweren Allergie gegen einen früheren Grippe-Impfstoff oder einen Inhaltsstoff des Impfstoffs» auf die Grippe-Impfung verzichtet werden. Und: «Bei einer schweren akuten Erkrankung wird die Impfung verschoben.»

Anlaufstellen und weitere Schutzmassnahmen

Die erste Anlaufstelle für eine persönliche Beratung und die Verabreichung der Impfungen ist die Hausarztpraxis oder an den Impfwochen teilnehmende Arztpraxen. Zudem bieten ausgewählte Apotheken Grippe- und Covid-19-Impfungen unkompliziert direkt vor Ort an. Bei Grippe- und Covid-19-Impfungen wird die Impfung von der Grundversicherung übernommen (franchisebefreit), sofern sie in der Arztpraxis erfolgt. Neben den empfohlenen Impfungen helfen zudem weitere Massnahmen, die Übertragung von Viren zu reduzieren. Wer krank ist oder Symptome hat, sollte möglichst zu Hause bleiben und Kontakte reduzieren. Zusätzlich helfen gemäss BAG in diesem Fall auch:

  • Abstand halten und bei engem Kontakt eine Schutzmaske tragen.
  • Innenräume regelmässig und gut lüften.
  • Beim Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge husten bzw. niesen.
  • Die Hände regelmässig und gründlich mit Wasser und Seife waschen oder bei Bedarf desinfizieren.
Ursula Vogt

Ursula Vogt

Redaktorin

Geboren 1962, aufgewachsen in Meggen, lebt in Luzern. Studium der Germanistik in Zürich. Anschliessend PR-Redaktorin bei der Suva, Generalsekretärin von «santésuisse», Kommunikationsleiterin bei der EGK-Gesundheitskasse sowie Projektleiterin «Nationales Impfprogramm» beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Ausgewiesene Kennerin des Schweizer Gesundheitswesens und begeisterte Wandererin.