Massnahmen gegen Hitze: Verantwortliche zufrieden

29.08.2026 | Eva Holz

Der heisse Sommer war im Besonderen für ältere Menschen eine Herausforderung. Wir haben bei der Informationsverantwortlichen von Viva Luzern und der Leiterin Fachstelle für Altersfragen nachgefragt, wie man der Hitze begegnet ist.

Steht immer an erster Stelle der Massnahmen bei grosser Hitze: genügend trinken. Bild: magnific.com
Steht immer an erster Stelle der Massnahmen bei grosser Hitze: genügend trinken. Bild: magnific.com

Frau Helfenberger, welche Massnahmen hat man bei Viva Luzern gegen die Sommerhitze getroffen?
Ramona Helfenberger: Wir verfügen über einen klar definierten Prozess. Dieser kommt zum Einsatz, wenn die Temperaturen während mehrerer Tage über 30 Grad liegen. Im Zentrum steht das Wohlbefinden der Bewohnenden. Dazu gehört insbesondere, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. In den öffentlichen Bereichen haben wir zusätzliche Getränkestationen installiert. Darüber hinaus gilt es, die Räume möglichst kühl zu halten. Tagsüber werden Storen und Fensterläden geschlossen, beziehungsweise die Beschattung sichergestellt, während die kühleren Abend- und Nachtstunden zum Lüften genutzt werden. Wo Bewohnende dies nicht selbstständig übernehmen können, werden die Verantwortlichkeiten im Wohnbereich entsprechend geregelt. Für Aktivitäten kann die Bewohnerschaft kühlere Gemeinschaftsräume nutzen. Nebst diesen Hitzeschutzmassnahmen ist leichte Verpflegung angezeigt. Auch setzen wir auf kleine Aufmerksamkeiten. An besonders heissen Tagen gehören etwa isotonische Getränke oder ein Glace dazu.

Sind auch bauliche und energietechnische Massnahmen ein Thema?
Auf jeden Fall. Wir prüfen zeitgemässe Lösungen. Im Viva Luzern Dreilinden, Häuser Pilatus und Rigi, wurde das Free Cooling bereits erfolgreich umgesetzt. Dabei nutzt man die natürliche Kühle des Erdreichs zur Temperierung des Gebäudes. Über Erdsonden wird im Sommer Wärme aus dem Gebäude in den Boden abgeführt. Dadurch bleiben die Raumtemperaturen auch an heissen Tagen angenehm, ohne dass eine klassische Klimaanlage erforderlich ist. Solche sind derzeit nicht vorgesehen. Wir setzen nach Möglichkeit auf energieeffiziente Alternativen.

Gibt es bei Viva Luzern eine Tipp-Liste für ältere Menschen, wie diese mit der Hitze zurechtkommen können?
Wir orientieren uns an den Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit. Während Hitzeperioden machen wir diese in unseren Häusern über Plakate und Informationsscreens sichtbar. Im Zentrum stehen drei einfache Regeln: genügend trinken, den Körper kühl halten sowie Anstrengungen vermeiden und kühle Räume nutzen. Darüber hinaus unterstützt unser Fachpersonal die Bewohnenden im Alltag dabei, diese Empfehlungen umzusetzen.

Stadt resümiert im Herbst

Auch die Stadt Luzern hat 2026 wieder Hitzeschutz geboten. Mirjam Müller-Bodmer von der Fachstelle für Altersfragen blickt zurück:
«Seit 2022 werden jeden Frühling alle Personen, die 75 Jahre und älter sind und nicht in einer Institution wohnen, mit einem Brief über das städtische Angebot bei Hitzewellen informiert. Dem Schreiben liegt jeweils ein Flyer mit den Hitze-Empfehlungen des Bundes bei und in diesem Jahr erstmals auch eine städtische Karte mit Rückzugsräumen bei grosser Hitze. Ob diese Räume auch genutzt wurden, werden wir im Herbst auswerten. Dieser Hitzesommer hat uns für weitere Schutzmassnahmen sensibilisiert. Die Forderung einer Leserbriefverfasserin, dass man ältere Menschen gratis in Badi und Kino lassen soll, muss man – auch aus Sicht der Generationengerechtigkeit – abwägen, denn es leiden nicht nur die älteren Menschen unter der enormen Hitze. Wir stellen uns auch die Frage, warum sich nur zehn Personen für einen täglichen Telefonanruf bei Hitzewellen angemeldet haben. Ein Grund kann sein, dass man für die Anmeldung eine Kontaktperson angeben muss und es ältere Menschen gibt, die keine Kontaktperson nennen können. Da starten wir im Oktober in Zusammenarbeit mit ‹Zeitgut› ein Tandem-Projekt.»

Eva Holz

Eva Holz

Redaktorin

Geboren 1959. Arbeitete nach der Ringier-Journalistenschule mehrere Jahre auf der Redaktion der LNN, bevor sie sich mit «Textbüro Holz» als Journalistin und Autorin selbständig machte. Seit 2020 ist sie Mitglied der Redaktion Luzern60plus.