Zehn Fragen an Trudi Fontana
29.04.2026
Aufgewachsen in einer Grossfamilie im Appenzellerland, zog sie in sehr jungen Jahren nach Luzern und gründete eine Familie. Sie zog vier Kinder gross und absolvierte eine Ausbildung zur Tanzpädagogin.
Im Alter von 45 Jahren machte Trudi Fontana einen grossen Schritt: Knapp drei Jahre studierte sie in China chinesische Bewegungslehre. Heute kennen sie manche von uns als erfahrene Lehrerin von Tai ChiI und Qi Gong oder als Therapeutin von Shiatsu.
- Mit welchen drei Wörtern verbinden Sie Luzern?
Ferienstimmung, Musik, Heimat. - Rigi oder Pilatus? Und warum?
Nach einem längeren Auslandaufenthalt kollerten mir beim Anblick des Pilatus' gleich Tränen über die Wangen. - Wenn Sie könnten, was würden Sie in unserer Stadt verändern?
Den Strassenverkehr beruhigen. Noch mehr öffentliche Sitzplätze schaffen und begrünen. - Welches ist Ihr Lieblingsort in Luzern? Und warum?
Der Konsi-Park als Ruhepol mit altem Baumbestand, einer einmaligen Aussicht auf Stadt, See und Berge. Zudem erteile ich dort auch Tai Chi/Qi Gong-Kurse im Freien. - Mit welchem Menschen in Luzern würden Sie gerne einen Tag unterwegs sein?
Mit meinem Nachbar, da er über Luzern ausserordentlich viel weiss und erzählen kann. Fast täglich ist er deshalb auf der Strasse im Gespräch mit Leuten aus Kunst, Politik und Wirtschaft usw. anzutreffen. - Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an Ihren ersten Schulschatz denken?
Der einzige Mitschüler, der mich beim «Rutzen» auf dem Pausenplatz bezwang, wurde zu meinem Schulschatz gekürt. - Warum ist Ihnen eine bestimmte Lehrperson so lange in Erinnerung geblieben?
Mit einem Schmunzeln in beiden Mundwinkeln und mit tausend Sonnenstrahlen um die Augen lächelte mein 5.-Klass-Lehrer meine Schulschwächen einfach weg. - Warum reden alte Menschen so viel von früher?
Weil die Vergangenheit und die Erinnerungen sie geprägt haben. Es ist bestimmt besser, darüber zu sprechen als nur von Beschwerden und Krankheiten zu reden. - Was überrascht Sie am meisten an Ihrem jetzigen Leben?
Die menschliche Vielfalt in allen Belangen. Es war noch nie wie heute so viel Zeit vorhanden, um diese auszuloten, zu reflektieren und aufs Neue zu geniessen. - Welche Abzweigung in Ihrem Leben hat Sie am meisten beeinflusst?
Der Aufenthalt in China. Das waren Lehr- und Wanderjahre, eine Zeit, in der ich mich wegen der täglich überbordenden Eindrücken und Forderungen zeitweise wie in einer Waschmaschinentrommel fühlte – die gottlob ab und zu auch wieder zur Ruhe kam.