«HOMESICK ANDERSWO» zum 100. Geburtstag von Pravoslav Sovak

Sonntag, 30. August 2026, 11.30 und 14.00 Uhr | Nidwaldner Museum, Winkelriedhaus, Engelbergstrasse 54a, 6370 Stans l Zwei Veranstaltungen zum 100. Geburtstag des Künstlers Pravoslav Sovak (Ausstellung bis 4. Oktober 2026)

Ursula Korner

Kulturtipp von Ursula Korner

Geboren 1949. Als Buchhändlerin erlebte ich, dass geteilte Freude über gute Bücher zur doppelten wird – das gilt für die ganze kulturelle Vielfalt, auch darum gebe ich meine Tipps gerne weiter.

Sonntag, 30. August 2026, 11.30 Uhr: Matinée am 100. Geburtstag von Pravoslav Sovak. Bildbetrachtung und Einblick in Leben und Werk mit Martina Kral, Kuratorin, mit Musik von Stephan Britt, Klarinette, und Joseph Bachmann, Akkordeon

Sonntag, 30. August 2026, 14.00 Uhr: Dietlind Antretter, Verwandte von Pravoslav Sovak, und Martina Kral, Kuratorin, im Gespräch vor ausgewählten Werken.

Pravoslav Sovak war einer der bedeutendsten Druckgrafiker der Gegenwart mit weltweiter Ausstrahlung. 1926 im ostböhmischen Vysoké Mýto geboren, lebte der Künstler ab 1978 bis zu seinem Tod 2022 in Hergiswil. Anlässlich seines 100. Geburtstags widmet ihm das Nidwaldner Museum eine umfassende Ausstellung. Im Fokus stehen Werke, die sein lebenslang reflektiertes Heimweh widerspiegeln. Ein Heimweh, das seinen Ursprung im Einmarsch der sowjetischen Armee am 21. August 1968 in Prag hat, das der 42-Jährige noch am selben Tag «verlässt» – so seine eigenen Worte.

Die Schweiz gewährt ihm 1969 Asyl, 1978 baut er sich ein Haus mit Atelier in Hergiswil. Von hier bricht Sovak immer wieder auf in die Welt, oft nach Amerika. Fasziniert von den namenlosen Weiten der Wüsten Arizonas, von Stadtansichten oder vertikalen Gebäude-Strukturen der New Yorker Wolkenkratzer entstehen zeitlose Werke zu (menschenleeren) Orten der Zuflucht, zu imaginären Räumen und Plätzen, unter die sich Erinnerungen an Böhmen, an vergangene Reisen und an das Leben im Hergiswiler Haus, Garten und Umfeld mischen.

Sovak hat sich nie laut über Heimweh oder den Verlust der Heimat geäussert. Es ist sein sinnliches, technisch brillantes Œuvre, das häufig eine tiefe Sehnsucht nach Identität oder Verortung widerspiegelt und uns miterleben lässt, dass Heimat immerfort wandel- und gestaltbar ist. In einem einzigen Bild, das über acht Jahre lang entstand, spricht er es im Titel aus: Homesick. Unübersehbar zeigt sich ein ungestilltes Sehnen nach einem heimatspendenden Ort – ein Ort, der verheissungsvoll nahe über dem Horizont schwebt und doch in unerreichbarer Ferne zu liegen scheint.

HOMESICK ANDERSWO — Räume, Orte, Erinnerungen im Werk von Pravoslav Sovak
Die umfassende Ausstellung dauert noch bis am 4. Oktober 2026.

Infos: Nidwaldner Museum - HOMESICK ANDERSWO

Freier Eintritt