Kryptowährungen – eine Spekulationsmaschine mit Restrisiko? Bild: Pixabay

Kryptisches

Von Hans Beat Achermann

Neulich ploppte mir beim Surfen auf dem Handy folgender Text auf: «Generieren Sie Passive Rewards durch Ethereum-Staking». Absender: die Schweizer Postfinance.

Ich gebe zu: Geldanlagen und Finanzpolitik waren noch nie mein Lieblingsgenre. Eine Bank diente mir zum Sitzen und nicht als Vermehrungsinstitut. Ich habe weder Volkswirtschaft studiert noch je eine Aktie besessen, mindestens nicht persönlich, vermutlich nur im Hintergrund bei meiner Pensionskasse, aber damit hatte ich nichts zu tun, profitiere wohl indirekt durch den steigenden Deckungsgrad meiner Kasse. Diese weist zurzeit eine Überdeckung auf, was mindestens momentan meine Rente sichert.

Geld generierte ich selber meines Wissens oder Unwissens nie, ausser solches, das ich durch Lohnarbeit am Ende eines Monats auf mein Lohnkonto ausbezahlt bekam. Dieses war weitgehend zum Gebrauch bestimmt, nicht selten zum Kauf wenig nachhaltiger Güter in Form von Lebensmitteln fester oder flüssiger Art. So kam es, dass ich weder in Kryptos noch in ETFs investieren konnte und bis heute nicht weiss, wie sich Geld vermehrt.

Selbst die wundersame Wertvermehrung meiner drei Goldvrenelis durchschaue ich nicht. Wie soll da die kryptische Botschaft der Postfinance weiterhelfen, auch wenn ich vermute, dass es darum geht, meine Restfranken in einer undurchsichtigen Spekulationsmaschine mit Restrisiko zu verpulvern, obwohl Rewards suggeriert, dass ich etwas zurückbekomme.

So bleibe ich lieber meinem tröstenden Motto treu, das heisst: «Geld allein macht nicht unglücklich.» Und ich geniere mich nicht, dass ich nicht generieren kann, wovon ich eh keine Ahnung habe. 

7. Januar 2026 – hansbeat.achermann@luzern60plus.ch