Kulturtipps 60plus Februar 2026

Hansruedi Hitz empfiehlt:
Samstag, 7. Februar, 20.00 Uhr
Eiger Mönch & UrSchwyz: «Nordwind»
Ein Frauen-Streichquartett spielt alte und neue Volksmusik
Kulturmühle Horw, Papiermühleweg 1, 6048 Horw
Eiger Mönch & UrSchwyz nennt sich das Streichquartett, weil die Geschwister Kristina (Cello und Schwyzerörgeli) und Evelyn Brunner (Kontrabass) aus dem Berner Oberland kommen. Die Geigerinnen Maria Gehrig aus Andermatt und Hanna Landolt aus Schwyz stellen die Urschwyzer Fraktion. Die vier Freundinnen spielen «Eignigs, Nümödigs, hiesigs & Urchigs» aus der ganzen Schweiz und darüber hinaus. Sie zeigen die Vielfalt des Streicherfolks sowie der alten und neuen Volksmusik.
Nun präsentiert das Quartett mit «Nordwind» sein erstes Studio-Album. Dabei wandern die vier Musikerinnen musikalisch nach Norden. In ihrem neuen Programm spielen sie elf Eigenkompositionen, nordische Stücke sowie einige alte Muotataler Tänze.
Ihre Musik ist archaisch, urig und doch experimentell und groovig, kommt mal als dichter Klangteppich daher, dann wieder luftig, leicht und transparent. Eiger Mönch & UrSchwyz — eine geballte Ladung an Spielfreude, Energie und Groove, gepaart mit sphärischen und geheimnisvollen Klängen zum Abschalten, Träumen und Zurücklehnen.
Website: www.eigermoenchundurschwyz.ch
Info & Tickets: Kulturmühle Horw – Eiger Mönch & UrSchwyz
Eintritt: Fr. 30.- / 20.-

Gabriela Schilter empfiehlt:
Donnerstag, 19. Februar, 19.45 Uhr
«Mascha Kaléko – Sozusagen grundlos vergnügt»
Lesung und Musik mit Maja Schelldorfer, Sabina Novak, Katrin Wüthrich
lit.z Literaturhaus Zentralschweiz, Alter Postplatz 3, 6370 Stans
Mit ihrer sogenannten «Gebrauchslyrik», in der der Alltag, die Liebe ebenso wie Heimatlosigkeit und Flucht Eingang finden, wurde Mascha Kaléko (1907-1975) im Berlin der Weimarer Republik berühmt. In Erinnerung an das 50. Todesjahr der deutsch-jüdischen Dichterin bereitete das Jahr 2025 ihr eine grosse Bühne. In der literarischen Komposition Sozusagen grundlos vergnügt wird Mascha Kalékos bildhafte, expressive Dichtung – eine Mischung aus Melancholie und Witz, oft gewürzt mit politischer Schärfe – mit dem sinnlichen Sound des Duos Pas de Deux kombiniert.
Sprecherin: Maja Schelldorfer, Musik: Pas de Deux mit Sabina Novak (Oboen, Toypiano) und Katrin Wüthrich (Akkordeon, Glockenspiel)
Infos und Tickets: Literaturhaus Zentralschweiz — Mascha Kaléko
Eintritt: Fr. 20.- / 17.-

Otto Vetter empfiehlt:
Mittwoch, 25. Februar, 20.00 Uhr
«togetherness – pleasure as resistance»
Eine Performance mit Beatrice Fleischlin, Ilona Kannewurf, Anja Meser, Daniela Ruocco
Südpol, Arsenalstrasse 28 36, 6010 Kriens
Das Produktionsteam schreibt zum Stück: «Wir sind an einem Ort, in welchem wir Geschichten entfalten, nicht lineare, nicht heroische. Ein Ort, wo wir entlernen können: tradierte Muster, Posen, Konkurrenz. Wir finden einander. Aus Rottmaterial wird Nahrung. Aus Erschöpfung wird Zugehörigkeit. Aus Angst wird Kraft. Wir laden uns in unsere unfertigen Gedankenbuden ein, teilen Ängste und übermütige Ideen. Wir finden neuen Formen von Nähe, Mut und Verbundenheit. Wir üben Zukunft, widerständig, tentakulär und voller Zärtlichkeit. pleasure ist ein Nährstoff, der geteilt und gefeiert werden darf. Besucht uns bald!»
fleischlin/meser realisieren seit vielen Jahren als Duo künstlerische Projekte. In 2021 wurden sie vom Bundesamt für Kultur mit einem Preis «Darstellende Künste» für ihr Schaffen ausgezeichnet. Für «togetherness» arbeiten sie mit den beiden Performerinnen Daniela Ruocco und Ilona Kannewurf zusammen, die eine ganz eigene autobiografisch-fiktionale Bühnensprache entwickelt haben. Zum Produktionsteam gehören auch Isabelle Mauchle (Bühne/Grafik), Diana Ammann (Kostümdesign), Milena Krstić (Sounddesign), Minna Heikkilä (Technische Leitung/Lichtdesign) und Lena Brechbühl (Soundtechnik).
«the pleasure of walking through the night»: Im Voraus, am 10. Februar, gibt es einen Nachtspaziergang mit dem Produktionsteam. Mehr dazu hier.
Weitere Termine: Donnerstag, 26.2. (mit Nachgespräch) und Samstag 28.2. (jeweils 20 Uhr)
Infos und Tickets: Südpol Luzern — togetherness
Eintritt: Fr. 25.- / 15.-

Ursula Korner empfiehlt:
Samstag, 27. Februar / Sonntag, 28. Februar, 20.00 Uhr
«Bilder deiner grossen Liebe» von Wolfgang Herrndorf
Ein Theaterabend vom «Schauspiel jung» zu Herrndorfs letztem Roman
Luzerner Theater — UG, Winkelriedstrasse 12, 6003 Luzern (nicht barrierefrei)
Wer verrückt ist, ist noch lange nicht bescheuert. Isa, Herrscherin über das Universum, die Planeten und alles andere, ist diese Unterscheidung wichtig. Sie streift scheinbar ziellos durch Wälder, Wiesen und Dörfer, vorbei an Autobahnen, Fussballplätzen und Mülldeponien, weiter durch die warme Nacht und immer weiter. Isa begegnet auf ihrem Weg verschiedenen Menschen, Spiegelbildern des Lebens, in die sie für kurze Momente hineinschaut. Doch sie verweilt nicht. Sie ist auf der Suche danach, wie man in dieser verrückten Welt leben kann, als junge Frau, Regelbrecherin, Schifferin, Aussenseiterin. Sie rennt, wütet, verweilt. Ihre Füsse bluten. Da kommt ein Weberknecht zu Besuch.
«Bilder deiner grossen Liebe» ist ein fragmentarischer Abend voller Begegnungen, die sich zwischen Absurdität und Intimität bewegen. Was heisst es, ein Leben nach eigenen Gesetzen zu leben, die Normalität und das System hinter sich zu lassen und sich vorbehaltlos und unvorsichtig ins Leben zu werfen? Wolfgang Herrndorf schrieb mit «Bilder deiner grossen Liebe» seinen letzten Roman, er blieb unvollendet. Die Literaturkritikerin Iris Radisch befand, Herrndorf habe sich mit Isa einen Schutzengel für sein letztes Lebensjahr geschrieben. Isa ist damit zugleich das Alter Ego eines todkranken Autors und eine neugierige junge Frau, die fordernd auf das Leben zugeht. Regisseurin Hannah Nagel inszeniert Isas Reise durch das Leben mit viel Humor und Zärtlichkeit für ihre Fragen, Zweifel und Hoffnungen.
Infos und Tickets: Luzerner Theater im UG — Bilder deiner grossen Liebe
Eintritt: Fr. 40.- (Normalpreis)
Weitere Vorschläge der Kulturtippgruppe für Februar 2026:
31. Januar bis 21. Februar: Bänninger+Wiskemann: «Menu du jour» — eine Rauminstallation in der Galerie APROPOS. Am «Schmudo» (12. Februar 2026, 17 bis 19 Uhr) serviert das Zürcher Kunstduo Suppe und Apéro in ihrer Rauminstallation. Die künstlerischen Begegnungen von Bänninger+Wiskemann beinhalten Malerei und Zeichnung, Performance und Aktion, Kommunikation und Installation. Meist spielen sich ihre Arbeiten im öffentlichen Raum ab, in diesem Fall ist der Raum klein und mit grossem Schaufenster halböffentlich. www.bänningerwiskemann.ch
Donnerstag, 5. Februar, 19.00 Uhr: «Geschichten vom Ankommen» — Vernissage der Plakatausstellung zu 10 Jahre HelloWelcome in der Peterskapelle. Die Ausstellung «Geschichten vom Ankommen» präsentiert zehn Porträts von Menschen mit Fluchtgeschichten. Die Ausstellungseröffnung wird musikalisch begleitet von Albin Brun und Kristina Brunner, anschliessend Apéro. Die Ausstellung ist bis 10. Februar in der Peterskapelle und bis Ende November an über 20 Orten in der Stadt Luzern und Umgebung zu sehen. 10 Jahre HelloWelcome — Vernissage-Flyer
Sonntag, 22. Februar, 11.00 Uhr: «Die Predigt» mit Valentin Groebner (Predigt) und Tizia Zimmermann (Akkordeon) in der Peterskapelle. Eine humanistische Intervention in einer Zeit, in der scharfes Denken, Aufklärung und Hoffnung wichtig sind – diesmal mit Valentin Groebner (Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern) und Tizia Zimmermann (Akkordeonistin und Klangforscherin). Anschliessend Gelegenheit zum Austausch beim Apéro auf dem Kulturhof Hinter Musegg. Infos & Anmeldung: Die Predigt
Sonntag, 22. Februar, 18.00 Uhr: «Namaste Seelisberg» – Vorpremiere des Dokumentarfilms von Felice Zenoni im Bourbaki Kino Luzern. 1971 nimmt der indische Guru Maharishi Mahesh Yogi das Dorf Seelisberg samt zwei Hotelanlagen für seine «Transzendentale Meditations-Bewegung» (TM) in Beschlag. Bald ist der Culture Clash nicht mehr zu übersehen – zu Tausenden pilgern Anhänger:innen des Gurus nach Seelisberg. Heute steht das Dorf erneut vor einem tiefgreifenden Wandel: Die TM-Bewegung verlässt Seelisberg und ein Schweizer Immobilienunternehmen will die historischen Hotelanlagen restaurieren… Kino Bourbaki — Namaste Seelisberg