Kulturtipps 60plus Januar 2026

Hansruedi Hitz empfiehlt:

Dienstag, 6. Januar bis Mittwoch, 28. Januar, 20.00 Uhr 

Zell:stoff: «4/5 oder von der Kunst keine Fahrstuhlmusik zu werden»

Ein Stück über das Altern von Hannah Zufall (Uraufführung)

Südpol, Arsenalstrasse 28, 6010 Kriens

Vier ältere Menschen und fünf Stühle. Die vier setzen sich, ein Stuhl bleibt leer, denn einer fehlt. Es spielt keine Rolle, wo sie ihre Zeit absitzen. Klar ist jedoch, dass sie sich schon sehr, sehr lange kennen. Einer ist verliebt in eine andere und sagt es nicht. Einer trauert um den fünften und stellt sich dem nicht. Eine ist immer noch Kind und dreht sich tanzend im Kreis. Eine will endlich ihre Ruhe haben. Alle vier würden sich gern freier fühlen, jetzt, in diesem letzten Fünftel ihrer Biografie.

Was erwartet uns im Alter und was erwarten wir vom Alter? Wie gehen Menschen mit ihren wachsenden Lebensjahren um? Kann man lernen, irgendwann einen Punkt zu machen? Will man das überhaupt? Wie damit umgehen, dass die Gesellschaft älteren Menschen die Bedeutsamkeit von Fahrstuhlmusik zumisst und sie lieber überhört? Oder ist man froh, endlich nicht mehr so viele Erwartungen erfüllen zu müssen? In «4/5» treffen sehr verschiedene Menschen aufeinander, arbeiten sich an ihren Fragen, Hoffnungen und Problemen ab und erproben das Alter auf spielerische Weise immer wieder neu. Sie erinnern sich, sie schmieden Pläne und wer weiss…

Das 2009 vom Schauspieler und Theaterproduzenten Patric Gehrig initiierte Theaterkollektiv ZELL:STOFF ist ein grosses Netzwerk von professionellen Theater- und Kunstschaffenden, die sich für jede Produktion neu formieren. «4/5» koproduziert vom Kleintheater Luzern. Künstlerische Ko-Leitung: Sophie Stierle, Patric Gehrig und Saskya Germann. Text: Hannah Zufall. Schauspiel: Jaap Achterberg, Suly Röthlisberger, Pierre Siegenthaler & Nikola Weisse. Lichtdesign & Technik: Martin Wigger.

Daten: Di 6.1., Mi 7.1, Do 8.1. sowie Di 27.1. und Mi 28.1., jeweils 20.00 Uhr

Info: Südpol - Zell:stoff: 4/5 oder von der Kunst keine Fahrstuhlmusik zu werden

Tickets: Kleintheater Luzern - Ticketshop

Eintritt: Fr. 40.- / 25.-


Ursula Korner empfiehlt:

Dienstag, 6. Januar, 19.30 Uhr 

Workshopkonzert Jazz: «The music of Thelonius Monk» 

Hochschule Luzern - Musik, Arsenalstrasse 28a, 6010 Luzern-Kriens, Club Knox 

In jedem Semester erarbeiten die Studierenden in verschiedenen Workshops Musik mit unterschiedlichsten Schwerpunkten. An den Workshopkonzerten präsentieren sie die jeweiligen Programme.

Melina Schwab (voc), Fiona Busse-Grawitz (voc), Jules Aeschlimann (p), Jonas Kipfer (git), Ursin Andres (b), Jose Kräuchi (drs)
Dave Gisler, Leitung

Workshopkonzerte der HSLU

Eintritt frei


Gabriela Schilter empfiehlt:

Freitag, 9. Januar, 19.30 Uhr, Premiere

Theater Nawal: «James Brown trug Lockenwickler»

VorAlpentheater, Theater Pavillon, Spelteriniweg 6, 6005 Luzern

Ein junger Mann ist überzeugt, die berühmte kanadische Sängerin Céline Dion zu sein. Seine überforderten Eltern verstehen ihren Sohn nicht mehr und begleiten ihn in eine psychiatrische Einrichtung. Dort begegnen sie einem Zimmer mit Aussicht, einem schwarzen Mann im Körper eines Weissen, einer Psychiaterin, die nicht bremst, und einer Regenwaldpflanze im Konflikt mit dem europäischen Klima.

Die französische Autorin Yasmina Reza feierte mit Theaterstücken wie «Der Gott des Gemetzels», «Drei Mal Leben» oder «Kunst» viele Erfolge. Mit ihrem jüngsten Stück verhandelt sie mit humorvollem Blick und grosser Leichtigkeit Themen wie Identität, Selbstverständnis und Individualität. Nach den Bühnen Bern inszeniert Theater Nawal «James Brown trug Lockenwickler» zum zweiten Mal in der Schweiz.

Es ist ein sensibler Stoff, der zwischen Humor und Traurigkeit, Sicherheit und Unsicherheit, Identität und Unterschiedlichkeit sowie Kultur und Natur schwankt. Das tragikomische Stück handelt von der Suche nach Identität und Individualität.

Inszenierung: Reto Ambauen

Musik: Christov Rolla

Spiel: Yves Bielmann, Florian Fischer, Marcel Grüter, Zora Schelbert, Anna Stammler

Weitere Aufführungsdaten: 11., 14., 16., 17. Januar; 25., 27., 28. Februar; 1., 4., 6., 7. März, jeweils 19.30 Uhr, ausser Sonntag 16.00 Uhr

Theater Naval: James Brown trug Lockenwickler

Tickets: Fr. 35.- / 20.- / www.eventfrog.ch/nawal


Otto Vetter empfiehlt:

Samstag, 31. Januar, 17.00 Uhr

«Tanzen im Land der eingefrorenen Träume» 

Film von Ruedi Leuthold und Beat Bieri, Schweiz 2026, 60 min, D/e

Stattkino, Bourbaki Panorama, Löwenplatz 11, 6004 Luzern 

In den letzten drei Jahren haben schätzungsweise zweieinhalb Millionen Menschen Kuba verlassen, diese Insel der eingefrorenen Träume. Auch Alexis Hernandez war einst ein Auswanderer, 15 Jahre wirkte er als Salsa-Tanzlehrer in Zürich, wo er seine heutige Frau Christa Akert kennenlernte. Als Familie kehrten sie auf die Insel zurück, um im Land der vielen Schwierigkeiten eigene Träume zu verwirklichen.

Christa bildete sich zur professionellen Tänzerin aus, zusammen führt das Paar ein kleines Kulturzentrum in Havanna. Sie unterrichten Kinder und Erwachsene im Tanz des Rumbas, Mambos und Guacangos – und halten so das Wissen um dieses afrikanische Erbe wach. Im Sommer 2025 kamen sie mit ihrer Tanztruppe in die Schweiz, ans Volksmusikfestival Obwald, wo Kuba Gastland war, und präsentierten dem Schweizer Publikum die alten Tänze der afrikanischen Sklaven.

Reservation: Tel. 041 410 30 60, Stattkino

https://www.stattkino.ch/


Weitere Vorschläge der Kulturtippgruppe für Januar 2026:

Montag, 5. bis Montag, 26. Januar: «Filmreihe: Jim Jarmusch» - es werden sechs Filme gezeigt bei denen der US-amerikanische Filmemacher sowohl das Drehbuch geschrieben als auch Regie geführt hat. In den 1980er und 1990er Jahren waren sie Kult, einige in Schwarzweiss gedreht. Für Jarmusch ebenso wichtig war und ist der Soundtrack, der in den früheren Filmen von Musikern wie John Lurie, Tom Waits oder Neil Young gestaltet wurde. Gezeigt werden: «Stranger Than Paradise», «Down by Law», «Night on Earth», «Dead Man», «Only Lovers Left Alive», «Paterson». Stattkino, Löwenplatz 11, 6004 Luzern. www.stattkino.ch/programm/

Donnerstag, 22. Januar, 18.00 Uhr: «Zeichensprache von der Steinzeit bis zur zeitgenössischen Kunst» - Bildvortrag, Buchvernissage mit Christoph Baumer & Therese Weber. Felsbilder sind die älteste künstlerische Ausdrucksform der Menschheit. Im illustrierten Vortrag wird die Geschichte dieser spektakulären Darstellungen der frühen menschlichen Vorstellungskraft anhand von Beispielen aus Zentralasien und Nordeuropa bis hin zu Arabien und der Sahara aufgezeigt. Die Felsbilder informieren nicht nur über die damaligen Weltanschauungen und Mythen, sondern auch über die jeweiligen ökonomischen und klimatischen Bedingungen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts finden solche Bildgestaltungen Eingang in die zeitgenössische Kunst. Hans Erni Museum, Verkehrshaus der Schweiz, 6006 Luzern. Bildvortrag zur Zeichensprache im Hans Erni Museum

Donnerstag, 29. Januar, 18.45 Uhr: «Der Reporter – Geschichten jenseits der Dreharbeiten» - eine multimediale Lesung mit Hanspeter Bäni. Selten hat ein Dokumentarfilmer des Schweizer Fernsehens mit seinen Geschichten so viel Aufmerksamkeit erregt wie Hanspeter Bäni. Zum Beispiel mit den Filmen über den jugendlichen Straftäter «Carlos» oder das bewegende Schicksal der «Weissen Königin» die in Afrika einen Prinzen heiratete. In seiner unterhaltsamen, mit Anekdoten und Filmausschnitten angereicherten Lesung gewährt der Autor faszinierende Einblicke in die Entstehungsgeschichte seiner Filme. Bourbaki Kino Luzern, Löwenplatz 11, 6004 Luzern. Eine gemeinsame Veranstaltung des Verein Drehmoment und der Stadtbibliothek Luzern. ​​​​​​​Der Reporter — eine multimediale Lesung mit Hanspeter Bäni 

Freitag/Samstag, 30./31. Januar, 18.00 Uhr (Samstag ab 16.00 Uhr): «aha - Ein Festival für Wissen» im Südpol, Arsenalstrasse 28, 6010 Kriens. Das aha Festival bringt Wissenschaft zu aktuellen Themen auf fünf Bühnen im Südpol. Es präsentiert in zwei Tagen Referate und Talks und vermittelt so Forschung auf eine direkte, fundierte, aber auch unterhaltsame Art und Weise an ein Nicht-Fachpublikum. Wie zum Beispiel: «Was weiss die Literatur, was die Wissenschaft nicht weiss?»; «Ist es schlimm, wenn KI unsere Arbeit macht?»;  «Warum gibt es 380’000 Käferarten, aber nur eine Menschenart?»; «Wie geht russische Propaganda?»; «Wer ist meine innere Stimme?» oder «Warum wollen wir eine Heimat?» ​​​​​​​aha-festival.ch/de