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Ein Haus zum Wohnen

Text: René Regenass - Bilder: Joseph Schmidiger

Achtzig Bewohnerinnen und Bewohner können im Betagtenzentrum Dreilinden nach zweijährige Bauzeit am 23. und 24. Februar in die Einzelzimmer im neuen Haus Rigi einziehen. Sie wohnten vorher im Haus Pilatus, das anschliessend umgebaut und saniert wird.

Das Haus Rigi dürfte zum Vorzeigeheim von Viva Luzern werden, die Gemeinnützige AG, welche die Pflegezentren vor zwei Jahren von der städtischen Sozialdirektion übernommen hatte. Die Vorzüge sind augenfällig: die einmalige Lage mit einer Rundumsicht über See, Berge und Stadt, alles Einzelzimmer mit Balkon, grosszügige Raumgestaltung mit Ausrichtung auf die Bedürfnisse alter Menschen, die hier wohnen werden.
Was auffällt: Zu den zwanzig Zimmern auf jedem der vier Stockwerke gehört ein Gemeinschafstraum zum Verweilen und Essen. „Der Neubau soll Voraussetzungen zum Leben schaffen“, sagte Geschäftsleiter Beat Demarmels. Die Grosszügigkeit hat ihren Preis. Die Hotellerie ohne Pflege (Wohnen, Essen, Wäsche, Reinigung) kostet im Einzelzimmer im Haus Rigi 174 Franken pro Tag. Dieser Standardpreis kann sich je nach Grösse und Ausstattung des Zimmers verändern. Viva Luzern kennt in den Betagtenzentren fünf  Preiskategorien zwischen 168 und 191 Franken Tagesansatz.
Nach dem Umzug der Bewohner wird mit der Sanierung des Hauses Pilatus gestartet. Auch dafür investiert Viva 28 Millionen  Franken, den gleichen Betrag wie für den Rigi-Neubau. Die Bauvorhaben von Viva sind damit aber noch nicht abgeschlossen. Für die nächsten Jahre sind Umbauten und Sanierungen für das Haus Diamant im Zentrum Eichhof und im Pflegezentrum Rosenberg geplant, wo vor allem mehr Einzelzimmer bereitgestellt werden sollen.
Die Architektin Gret Löwensberg habe ein sehr schönes Haus geschaffen, sagte Beat Däppeler, Verwaltungsratspräsident der Viva Luzern AG an der Medienkonferenz. Ein Haus, das den Bewohnerinnen und Bewohnern mehr Lebensqualität gebe. Gret Löwensberg dazu: „Es braucht sehr viel Licht, weil die Sehfähigkeit im Alter rapid abnimmt. Wir haben versucht, die eher banalen technischen Leuchten mit wohnlicheren, stofflichen Leuchten zu ergänzen… Wir wählten warme, pastellige Farbtöne.“ Besondere Aufmerksamkeit habe man dem Mobiliar gewidmet, damit es wohnlich und nicht „spitalig“ aussehe. „Wir wollten Wohnen erlebbar machen“, sagt Löwensberg. Darum auch die grossen Gemeinschaftsräume als Mitte und Herz der grossen Wohnung oder WG von zwanzig Bewohnern pro Stockwerk.

Jasmin Höliner, die Betriebsleiterin des Dreilindenzentrums, umriss die Vorteile für die Pflegeteams. „Teamleitungsbüro und Pflegestützpunkt liegen zentral und gegenüber von grosszügigen Speise- und Aufenthaltsräumen. Die Erreichbarkeit der Bezugspersonen von Pflege und Betreuung wird dadurch für die Bewohnerinnen und ihre Angehörigen vereinfacht.“

„Die Viva Luzern AG ist nach dem ersten Jahr gut unterwegs“, sagte Beat Däppeler. Die Eröffnung des Hauses Rigi sei ein Meilenstein in hundert Jahren städtischer Alterspolitik. Am selben Ort stand 1918 das Hotel Neu-Schweizerhof, das von der damaligen Bürgergemeinde Luzern übernommen und im dem ein Frauenheim eingerichtet worden ist. In den vergangenen zehn Jahren sind in Luzern 600 der rund 900 Pflegeplätze für rund 130 Millionen Franken  durch Um- und Neubauten saniert worden. Beat Demarmels zählte sie auf: Haus Rubin im Eichhof, Haus Morgenstern im Wesemlin, Staffelnhof  in Littau und jetzt das Haus Rigi auf Dreilinden.
26. Januar 2016

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