Muss schon bald wieder umziehen: Viktor Sigrist, der neue Präsident der Seniorinnen- und Seniorenuni Luzern.

Brückenbauer als neuer Chef

Viktor Sigrist ist neuer Präsident und Geschäftsleiter der Seniorinnen- und Seniorenuniversität Luzern. Und diese zieht schon bald vom Schweizerhofquai an die Zentralstrasse. Ein Blick in die Zukunft.

Von Hans Beat Achermann (Text und Bild)

Noch geniesst er den Blick vom Büro am Schweizerhofquai aus auf den See, die Berge und die Seebrücke, für deren Bau er von 1994 bis 1996 als leitender Ingenieur mitverantwortlich war. Viktor Sigrist, der Anfang März in sein neues Amt gewählt wurde, ist buchstäblich ein Brückenbauer. Als gelernter Tiefbauzeichner bildete er sich am damaligen Technikum und später an der ETH zum Ingenieur weiter, doktorierte und spezialisierte sich in Statik sowie Beton- und Brückenbau. Nach der Tätigkeit im eigenen Ingenieurbüro in Luzern war er von 2002 bis 2015 Professor an der Technischen Universität in Hamburg und dort Leiter des Instituts für Massivbau. Die letzten zehn Jahre seines Berufslebens leitete er bis im Sommer 2025 als Direktor die Hochschule Luzern – Technik & Architektur in Horw. Und jetzt übernimmt er als Nachfolger von Michel Hubli einen erfolgreichen Verein mit 4000 Mitgliedern und rund 160 Dozierenden.

Erfolgreicher Themenmix
«Mein oberstes Ziel ist es, die hohe Qualität unseres Angebots zu pflegen und zum Erreichten Sorge zu tragen», sagt der 66-Jährige, der im Würzenbach-Quartier aufgewachsen ist. Das meint aber nicht Stillstand. Eine Bildungsinstitution müsse sich auch weiterentwickeln. «Gerade Angebote im Bereich Technik waren bisher eher am Rande, die Geisteswissenschaften dominieren in den Programmen», stellt Sigrist fest. Für die künftigen Programme möchte er die vielen Themen in der Ausschreibung neu gruppieren, aber auch weiterhin auf die Nachfrage achten. Denn der bisherige Mix scheint erfolgreich zu sein: Der Verein wächst und auch die Finanzierung ist vorläufig geklärt, seit neuerdings der Kanton und die Stadt je einen Beitrag leisten. «Bildung und Kultur für alle» steht vorne auf dem gedruckten Programm. Auch das will Viktor Sigrist noch verstärkt kommunizieren: Die Vorträge und Seminare sind auch für Noch-nicht-Seniorinnen und -Senioren offen. Dabei sollen auch die sozialen Medien verstärkt miteinbezogen werden.

Fortführen will der neue Präsident auch das Setzen eines Schwerpunktthemas innerhalb des Studienjahres, «im Sinne einer losen Reihe». Für das Herbstsemester 2026 steht das Thema bereits fest: «Kommunikation in Zeiten von KI». Die Planungsarbeiten für das Herbstprogramm sind in vollem Gang. Dabei wird der Geschäftsleiter von einer Programmkommission unterstützt. Oft sind es Dozierende, die Vorschläge einbringen, manchmal Vereinsmitglieder, häufig aber kommt die Programmgestaltung auf gezielte Anfragen durch die Kommission zustande.

Im Vordergrund steht im Moment allerdings der bevorstehende Umzug der Büros an die Zentralstrasse 7, in ehemalige Räumlichkeiten der Hochschule Luzern – Wirtschaft, die in den Neubau hinter den Bahnhof umgezogen ist. Es geht also bald über «seine» Brücke auf die linke Stadtseite.

Vielseitig interessiert
Auf die Frage, wo denn neben der Technik seine Interessen liegen, betont Viktor Sigrist seine Affinität zum Interdisziplinären. Schon in Hamburg wurde er in die Leitung des Graduiertenkollegs «Kunst und Technik» berufen, und selbstredend gehört auch die Architektur zu seinen Interessen, genauso wie Literatur und Musik. Von jung auf spielt er Schlagzeug und als Mitglied einer Musikformation nimmt er an der Fasnacht teil. Bei dieser Interessens- und Aktivitätsvielfalt kommt dem Schreibenden abschliessend nur Daniel Düsentriebs Wahlspruch in den Sinn: «Dem Inschenör ist nichts zu schwör.»

www.sen-uni-lu.ch

22. März 2026 – hansbeat.achermann@luzern60plus.ch