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Kulturmanager und Künstler Niklaus Lenherr. Foto: Hans Beat Achermann

Spitteler in die Gegenwart geholt

Von Hans Beat Achermann (Text und Bild)

Mit Lyrik zu den Leuten: Kulturvermittler und Forumsmitglied Niklaus Lenherr feiert das Carl-Spitteler-Jubiläum mit einer Literatur-mobil-Aktion, zusammen mit 76 Autorinnen und Autoren.

Er ist ein Kultur-Allrounder: Er macht Kunst, er fördert Kunst, er vermittelt Kunst und er ist ein grosser Lyrikfan. Der 62jährige gebürtige Aargauer, der seit Jahrzehnten in Luzern wohnt und auch Mitglied im Forums Luzern60plus ist, liess sich zum 100-Jahr-Jubiläum der Nobelpreis-Verleihung an Carl Spitteler etwas Besonderes einfallen: Auf temporären Lyrikwegen an verschiedenen Orten der Innerschweiz stehen Tafeln mit über 70 Gedichten und Texten von zeitgenössischen Autorinnen und Autoren, die sich alle irgendwie auf Spitteler beziehen. Dazu gibt es Lesungen. Wir befragten Niklaus Lenherr zu seinem Projekt.

Wie bist Du auf diese Projektidee gekommen?

Ich habe zwar schon mit 20 Spittelers „Imago“ gelesen, habe aber keine Erinnerung mehr. Es war vielmehr ein Zufall, dass ich dieses Projekt verwirklichen konnte. Nach dem ich 2014 in 33 Urner Seilbahnen Gedichte auf Berg- und Talfahrt schickte, die zum Teil immer noch hängen, wurde Spitteler-Projektmitarbeiter Arndt Schafter auf mich aufmerksam. Auf einer Bähnlifahrt auf die Sittlisalp ist er auf mein Projekt gestossen und hat mich für das Spitteler-Projekt angefragt.

War es einfach, das Projekt zu finanzieren und Bewilligungen einzuholen für das Aufstellen der Tafeln?

Es war viel einfacher, bei den Autorinnen und Autoren anzufragen. Fast alle der 80 Angefragten haben zugesagt, unter vielen andern auch Franz Hohler, Peter Bichsel, Klaus Merz, Beat Sterchi, Ilma Rakusa, also fast die ganze „Lyrik-Elite“ der Schweiz. Schwieriger war es, bei der Stadt Bewilligungen für das Aufstellen der Tafeln einzuholen. Da wieherte der Amtsschimmel oft lautstark… Insgesamt war der der Aufwand für die Finanzierung und das Einholen von Bewilligungen viel grösser als die Beschaffung der Texte. Ich habe rund 60 Gesuche an Stiftungen und mögliche Geldgeben verfasst.

Was ist Deine Motivation, mit Literatur hinaus zu den Leuten zu gehen?

Es ist mir nicht wohl, wenn ich nicht lesen kann, besonders Lyrik ist für mich ein Überlebenshilfsmittel. Literaturvermittlung ist somit eine Herzensangelegenheit. Es ist nun das dritte Projekt, das ich zusammen mit Autorinnen und Autoren verwirklichen konnte. Neben den erwähnten fand 2016 auch noch „Wort und Wein“ in Altdorf statt.

Von Niklaus Lenherr ist zurzeit und bis am 29. September auch noch eine temporäre Kunstinstallation in der Claridenstrasse 2 zu besichtigen. Zusammen mit Johanna Näf hat er in einer dem Abbruch geweihten Wohnung eine „Kunst auf Zeit“-Ausstellung eingerichtet.

Weiter Informationen:

www.literatur-mobil.ch, www.niklaus-lenherr.ch, www.spitteler.ch