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Stadtrat Martin Merki übergibt die Broschüre an Verena Baumgartner

Stadtrat Martin Merki übergibt die Broschüre an Verena Baumgartner

Einblicke ins Leben nach 80

Von Hans Beat Achermann (Text) und Mirjam Müller-Bodmer (Bild)

Wie lebt es sich als Mensch über 80 in Luzern? Wie gestaltet sich der Alltag? Wie sicher fühlt man sich? Dies sind einige der Fragen, auf welche die Abteilung Alter und Gesundheit der Stadt Luzern Antworten suchte, um so „ein Fenster in die Lebenswelt von alten Menschen“ zu öffnen und Einblicke ins Leben von Hochaltrigen zu erhalten. Angefragt wurden 40 Männer und Frauen, alle zwischen 80 und 99, bereit waren 22, die in einem stündigen Interview über ihre Lebenssituation Auskunft gaben. Die Ergebnisse sind nun – ergänzt mit statistischem Material – in einer sorgfältig von Yvonne Portmann gestalteten und mit einfühlsamen Fotos des Luzerner Fotografen Heinz Dahinden bebilderten 32seitigen Broschüre zusammengefasst.

Ein Ungenügend für Velofahrer und Bahnhof

In drei Kapiteln werden die – bei der kleinen Zahl von Befragten – natürlich nicht repräsentativen Ergebnisse zusammengefasst. Der Abschnitt „Lebenswelt“ zum Beispiel zeigt auf, wie Menschen über 80 stark ritualisierte Tages- bzw. Wochenabläufe haben: Radio hören, Spaziergänge machen, Café-Besuche, Turnen, Familienbesuche usw. „Praktisch alle Befragten wohnen schon seit Jahrzehnten in ihren Wohnungen und schätzen die Stabilität der Situation“: So beginnt das Kapitel „Wohnen und leben im Quartier“. Hervorgehoben wird auch der Wert der nachbarschaftlichen Nähe und gegenseitigen Unterstützung. Im Abschnitt „Verkehr und Sicherheit“ erhält der öffentliche Verkehr gute Noten, weniger gut sind sie für gewisse Radfahrer, die wenig Rücksicht auf Fussgänger nehmen und durch die sich ältere Menschen gefährdet fühlen. Auch der Bahnhof wird als wenig einladender und eher unsicherer Ort bezeichnet.

Zusammenfassend heisst es: „Geklagt wird nicht, es herrscht bei allen vorwiegend ein Gefühl der Versöhnung und Dankbarkeit (…) Alle Befragten meinen, Luzern sei eine gute Stadt zum Älterwerden und die Stadt mache genug für die ältere Bevölkerung.“ Auch wenn die Zahl der Befragten im Vergleich zur ganzen Altersgruppe sehr klein ist, dürften einige der Aussagen auf andere Hochaltrige zutreffen. Nicht vergessen werden aber sollte, dass es in dieser Altersgruppe zweifellos auch Menschen gibt, denen es weit weniger gut geht.

Zufrieden in und mit der Stadt

Martin Merki, Sozial- und Sicherheitsdirektor, erfüllten die guten Noten, welche die Stadt bekommt, an der Vernissage in der Heiliggeist-Kapelle natürlich mit Stolz und Freude: „Es bestätigt mich, dass wir auf gutem Weg sind.“ Er beteuerte auch, Alterspolitik in Luzern umfassend und nicht nur als Sozialpolitik zu betreiben und weiterzuentwickeln. Bei dieser Gelegenheit konnte er auch gleich auf die neue Anlaufstelle Alter, hinweisen, die seit dem 1. Januar als Beratungs- und Vermittlungsstelle für alle Altersfragen zuständig ist. Dank ging an alle Mitwirkenden sowie an die Albert Koechlin Stiftung AKS, welche die Publikation unterstützte.

Fast alle der Interviewten waren bei der kleinen Feier erschienen, ebenso die Interviewerinnen und Interviewer. Die hochaltrigen Menschen schätzten die sympathische Geste sehr, dass Martin Merki ihnen ein Exemplar der Broschüre mit Widmung persönlich überreichte.
22. Februar 2018

Die Broschüre kann via Mail-Bestellung kostenlos bezogen werden: ages@stadtluzern.ch