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Viva Luzern vor Strategiefragen

Eine verstärkte Partnerschaft und mehr Koordination zu Gunsten der Kunden zwischen Spital, Spitex, Viva und den privaten Heimen gehörten zu den zentralen Aufgaben in der nahen Zukunft, sagte Beat Däppeler, Verwaltungsratspräsident von Viva Luzern. Die neue gemeinnützige Aktiengesellschaft sieht sich auf Kurs, wie an einem Mediengespräch betont wurde.

Nach der Übernahme von HAS, der Abteilung Heime und Alterssiedlungen in der Stadtverwaltung durch Viva, sei Kontinuität gewährleistet, erklärte Beat Däppeler weiter. Stichworte dazu:

  • Der Verwaltungsrat (VR) hat zusammen mit den Personalverbänden eine Personalkommission aufgebaut.
  • Viva verfügt neu über eine Abteilung für Unternehmensentwicklung unter der Leitung von Joel Früh. Dazu gehören der Fachbereich Pflege, Marketing und Kommunikation und die Seniorenanimation.
  • In einer Strategiediskussion im August will der VR über Investitionen und Entwicklungen im Bereich Wohnen mit Dienstleistungen entscheiden.
  • Im Dienste von Patienten und Heimbewohnerinnen will Viva den regelmässigen Austausch zwischen Spital, Spitex und Heimen anstreben, um Verschiebungen zwischen den Institutionen sinnvoll vornehmen zu können.  Hier kann Viva von der Präsenz von Spital-Co-Chefarzt Guido Schüpfer im Verwaltungsrat profitieren.
  • Zur Strategie gehört auch der geplante Umbau der Alterswohnungen in der Guggisiedlung an Taubenhaus- und Schlossstrasse. Hier wird ein Anforderungsprofil erstellt, nachher über den in Etappen durchzuführenden Umbau entschieden.

Den Leitungsorganen von Viva stellen sich Probleme, die angepackt werden müssen, wie Geschäftsleiter Beat Demarmels informierte.

  • Es werde zunehmend schwierig, die Zweibettzimmer in den Betagtenzentren zu belegen. Im Vordergrund ständen hier notwendige bauliche Veränderungen im Rosenberg.
  • Das seit dem vergangenen Oktober bestehende Angebot im Tagesheim Eichhof (Haus Rubin) ist mit 43 Prozent ungenügend ausgelastet und offensichtlich zu wenig bekannt. Dort stehen 12 Betten, 5 davon auch nachts, zur Entlastung von pflegenden Angehörigen zur Verfügung. Zum Vergleich: Die Übergangspflege im Rosenberg (meistens nach einem Spitalaufenthalt) ist zu 84 Prozent besetzt.
  • Beim Personal machen viele, krankheitsbedingte Ausfälle zu schaffen. Die Durchschnittszahl bei den Mitarbeitenden liegt bei 10 Tagen pro Jahr. Als Gründe nennt Beat Demarmels die hohe Arbeitsbelastung und ungelöste familiäre Probleme und Belastungen zu Hause. Mit dem Aufbau eines betrieblichen Gesundheitssystem ab Herbst soll hier Gegensteuer gegeben werden.

Zu den kommenden Aufgaben zählt die Förderung der Diplom-Ausbildung beim Pflegepersonal (Pflegefachperson HF). Aktuell vermag Viva die in der kantonalen Ausbildungsverordnung geforderten 12 Ausbildungsplätze noch anzubieten. Von den 24 Plätzen, die ab 2020 gefordert werden, ist man aber noch weit entfernt. Für Beat Demarmels ist diese Steigerung nur möglich, wenn in den Pflegeheimen auch gute Lehrkräfte im Einsatz stehen. Zudem müsse das Potential künftig bei allen Lernenden genauer abgeklärt werden.
René Regenass / 24. Juni 2015