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Wo stehen Heime und Spitex im Fusionsprojekt?

 

Am 27. und 29. November haben Kriens, Ebikon und Adligenswil der „Starken Stadtregion Luzern“ eine Absage erteilt. Was hätten Kooperation oder Fusion für die Heime und die Spitex in den betroffenen Gemeinden gebracht? Wir haben aufgelistet, was es heute gibt und was im Schlussbericht der Projektsteuerung darüber zu lesen ist.

In der Stadt Luzern gibt es fünf Betagtenzentren mit insgesamt 900 Betten, die sich zu ungefähr gleichen Teilen auf Wohnheime und Pflegeheime aufteilen. Die Unterscheidung verschwinde zusehends, sagt Beat Demarmels, Leiter Heime und Alterssiedlungen. Dazu kommen rund 230 betreute Alterswohnungen an vier Standorten mit Mittagstisch, Betagtenbetreuerinnen und Nachtsicherheit. Daneben gibt es Spezialabteilungen: 34 Plätze in Demenzwohngruppen, 11 Betten in der Übergangspflege, 7 in der Palliativabteilung und 5 Betten für Schwerstpflegebedürftige. Schliesslich gibt es noch 11 Ferien- oder Temporärbetten und ein Tagesheim mit 12 Plätzen. Die Taxen sind überall gleich, doch angepasst auf die Ausstattung wie Zimmergrösse, Balkon, Nasszelle. Ein Standard-Einbettzimmer kostet aktuell 165 Franken (Hotellerie und Grundpflege). Dazu kommen die Pflegekosten je nach BESA-Stufe. Der Anfangslohn einer ausgebildeten Pflegefachfrau beträgt 4750 Franken, eine Fachangestellte Gesundheit verdient minimal 4317 Franken. Es gibt von der Stadt aus keine Kooperation mit Nachbargemeinden. In den Spezialangeboten leben auch Bewohner und Bewohnerinnen aus andern Gemeinden.

Krienser Betagte sind unter sich

 Die Gemeinde Kriens verfügt über 268 Pflegeplätze und 92 Alterswohnungen. Die Tagestaxe für ein Einzelzimmer mit WC/Lavabo beträgt 141 Franken, mit Dusche 154 Franken. Der Anfangslohn für eine Fachangestellte Gesundheit beträgt nach dem Lehrabschluss rund 4'000 Franken, für eine Pflegefachfrau etwa 5'000 Franken. Alter und bisherige Berufserfahrung wirken sich in allen Gemeinden auf die Löhne aus. Koordinationspotential im Heim- und Spitexsektor der ganzen Agglomeration Luzern werde in der Konferenz der Sozialvorsteher gesucht, sagt der Krienser Sozialvorsteher Lothar Sidler (CVP); zum Beispiel bei der Anerkennung von Heimen und privaten Spitexorganisationen. Rund 80 Betagte aus Kriens leben zurzeit in auswärtigen Heimen. In den Krienser Heimen leben nur Krienser und Krienserinnen.  

 

Ebikon plant Alterswohnungen

Ebikon verfügt gemäss Pflegeheimliste über 161 Betten in den Heimen Höchweid (100), Känzeli (49) und Sonnegärtli (12). Dazu kommen 14 Zimmer für leicht pflegebedürftige im Haus Höchweid. Die Gemeinde plant rund 85 Alterswohnungen, die bis spätestens anfangs 2014 bezugsbereit sein sollen. Die Tagestaxen für Grundpflege und Hotellerie betragen in allen Häusern 139 Franken im Einer- und 114 Franken im Doppelzimmer. In der Demenzwohngruppe muss ein Zuschlag bezahlt werden. 105 Ebikonerinnen und Ebikoner sind in den eigenen Heimen wohnhaft (von 161 Pflegeplätzen). Die restlichen Plätze werden von Bewohnern aus Nachbargemeinden oder anderen Gemeinden belegt. Rund 25 Ebikonerinnen und Ebikoner leben in auswärtigen Heimen, die meisten in der Stadt Luzern. Bei den Löhnen orientiere sich Ebikon an den Empfehlungen der ZIGG (Zentralschweizer Interessengemeinschaft für Gesundheitsberufe), sagt Sozialvorsteher Andreas Michel (parteilos). Eine Pflegefachperson hat einen Einstiegslohn von 4900 Franken, eine Fachangestellte Gesundheit kann mit einem Anfangslohn von 3950 Franken rechnen. Das sind Minimalansätze.

Im Heimsektor besteht keine Zusammenarbeit mit einer Nachbarsgemeinde. Bis 2010 bestand mit Adligenswil (und anderen Rontalgemeinden) eine Vereinbarung bezüglich Aufnahme von Bewohnerinnen von Partnergemeinden, die dann einen Betriebskostenbeitrag leisteten. Aktuell bestehe ein transparenter Informationsaustausch, betont Andreas Michel. Das Altersleitbild des Kantons sehe vor, dass die neu geschaffenen Planungsregionen künftig ihre Planungen transparent machten und das Versorgungsangebot koordinierten.

Adligenswil plant Alters- und Gesundheitszentrum

Adligenswil verfügt noch über keine eigenen Pflegeheimplätze. Rund 25 Personen leben in auswärtigen Heimen, am meisten in Ebikon und in der Stadt Luzern. Für Pflegefälle in andern Gemeinden leistet Adligenswil eine Kostengutsprache. Mit den Nachbargemeinden Ebikon und Buchrain gibt es eine Vereinbarung für die Restfinanzierung. Die heute noch junge Bevölkerungsstruktur der Gemeinde werde sich bis ins Jahr 2020 deutlich ändern, sagt Marlene Odermatt, die Sozialvorsteherin von Adligenswil. Die Gemeinde plant den Bau eines Alters- und Gesundheitszentrums, das auf Ende 2013 eröffnet werden soll. Neben 18 Pflegeplätzen soll es dort 45 Alterswohnungen mit Betreuungsangebot geben. Der Betrieb dieses Zentrums wird über eine Leistungsvereinbarung an Private ausgelagert. Für Adligenswil brächten beide Stadtregion-Modelle – Kooperation wie Fusion – Vorteile, sagt Marlene Odermatt. Die Kosten für Heimaufenthalte in Luzern und in Ebikon wären die gleichen. Und Angebot und Leistung würden einheitlich.

Kooperation oder Fusion: Aus einer Hand gesteuert

Die Bereiche Heime und Spitex sollen zusammengeführt und „aus einer Hand gesteuert“ werden, und zwar bei beiden Modellen, Kooperation und Fusion. Das ist die zentrale Aussage im Schlussbericht der Projektsteuerung „Starke Stadtregion Luzern“. Die eine Hand, das wäre dann die Sozialdirektion der Stadt Luzern. Weiter heisst es im Schlussbericht: „Mit einer Zusammenführung von Heimen und Spitex kann die Koordination und Steuerung der Angebote und Kapazitäten wesentlich verbessert und den Kundenbedürfnissen besser Rechnung getragen werden.“ Auch die Personalressourcen liessen sich besser nutzen. Der Personalbedarf bleibe unverändert. Die Projektsteuerung geht davon aus, dass mit den neuen Modellen die Heimeintritte reduziert werden könnten, weil sich für die Prävention neue Chancen ergäben. Zur Umsetzung würde die fusionierte Stadt, oder bei einer Kooperation der Mehrzweckgemeindeverband, die Heime und die Spitex an einen öffentlichen oder privatrechtlichen Träger übergeben. Die Pflege- und Betreuungsleistungen würden jedoch in den bestehenden Heimen und Spitexstandorten erbracht.

René Regenass