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Nicht immer alleine zu Hause essen: Luzern will Mahlzeitendienst neu ausrichten. Foto Socius

Zusammen essen und Kontakte knüpfen

Von Beat Bühlmann 
Das Förderprogramm Socius der Age-Stiftung will ältere Menschen unterstützen, damit sie möglichst selbstständig zu Hause leben können. Auch ein Vorhaben der Stadt Luzern gehört zu den zehn ausgewählten innovativen Projekten.

Um trotz Gebrechlichkeit und Einschränkungen weiterhin in den eigenen vier Wänden leben zu können, sind alte Menschen früher oder später auf Unterstützung angewiesen. In den Schweizer Kantonen und Gemeinden wird zunehmend erkannt, dass eine ambulante Gesundheitsversorgung allein dafür nicht ausreicht. Wie die neuere Forschung nahelegt, braucht es vor allem auch Alltagshilfe, Beziehungen und gesellschaftliche Teilhabe, wie die Age-Stiftung in einer Medienmitteilung schreibt.

Weil den Gemeinden bei der Neugestaltung der Alterspolitik eine wichtige Rolle zukommt, richtete sich die Ausschreibung des zweiten Socius-Programmes ausdrücklich an Gemeinden und Städte. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wählte eine Begleitgruppe aus Wissenschaft und Praxis aus den vierzig Bewerbungen zehn Vorhaben aus, unter ihnen ein Projekt der Stadt Luzern. Die zehn Projekte werden 2020 bis 2023 finanziell unterstützt. Zudem profitieren sie von einer Lerngemeinschaft und vom Wissensaustausch innerhalb des Programms.

«En Guete mitenand!»
Die Stadt Luzern hat sich mit dem Projekt «En Guete mitenand!» am Programm Socius 2 beteiligt, einem Pilotprojekt zur Förderung sozialer Kontakte bei älteren Menschen über gemeinsames Essen. Dabei will sie den Mahlzeitendienst der Pro Senectute, den die Stadt mitfinanziert, mit dem Leistungsvertrag neu aufstellen, wie es im Projektbeschrieb heisst. Anstatt die Mahlzeiten heimzuliefern, wo viele Ältere sie allein zu sich nehmen, sollen mehr Anreize für gemeinsames Essen geschaffen werden. Die Idee ist, alle bestehenden Angebote an Mittagstischen in der Stadt Luzern unter ein gemeinsames Label zu stellen. Es soll ein Modell entwickelt werden, das vor allem alleinstehende Ältere zum Essen in Gesellschaft animiert – sei es auswärts im Quartier oder via Hauslieferdienst bei jemandem zuhause.

Betreuende Angehörige entlasten 
Auch betreuende Angehörige sind angesprochen. Sie sollen punktuell entlastet werden und unter die Leute kommen. Denkbar ist, dass die öffentlichen Mittel nicht mehr wie bisher zu den Leistungserbringern fliessen, sondern in Form von Gutscheinen oder Vergünstigungsausweisen zu den Älteren. Die Stadt will das Modell gemeinsam mit den Anbietern von Mittagsangeboten erarbeiten. Auch Freiwilligenorganisationen werden einbezogen. Denn ältere Menschen, die Begleitung brauchen, sollen ebenfalls am gemeinsamen Essen teilnehmen können.

Die Stadt erhofft sich, mit dem Projekt allfälliger Vereinsamung im Alter vorzubeugen. «Besonders Frauen sind dem Risiko ausgesetzt, weil sie im Alter häufiger allein leben als Männer», heisst es im Projektbeschrieb. Zudem sollen die Mittagstische zu gesunder Ernährung beitragen und ältere Menschen dazu bringen, sich zu bewegen. Im Quartier, das im Alter als nahes Lebensumfeld an Bedeutung gewinnt, entsteht Gemeinschaft. – 17.3.2020

www.programmsocius.ch