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„Ensemble D“ – ein Preis für das Luzerner Sinfonieorchester

Am Lunchkonzert des Luzerner Sinfonieorchesters (LSO) vom 28.Oktober sind  Menschen mit Demenz, neben den üblichen Konzertbesuchern,  willkommen. Direkt anschliessend wird das Orchester von der Luzerner Alzheimervereinigung mit dem Fokus-Anerkennungspreis ausgezeichnet.

Die Idee entstand vor rund drei Jahren, wie sich Diana Lehnert von der Geschäftsstelle des LSO erinnert. Intendant Numa Bischof  hatte Kontakt mit Personen, welche Demenz-Tagesstätten leiten. Und Diana Lehnert ist selbst betroffen, weil ihre Grossmutter unter der Krankheit leidet. Wir könnten uns doch in irgendeiner Form engagieren, dachten beide. Sie kamen auf die Mittagskonzerte. „Sie wären geeignet vom Tagesablauf her“, sagt Diana Lehnert. „Am Mittag sind alle noch gut aufnahmefähig. Die Präsenz ist besser als am Abend. Und wir suchten nach einem Angebot, das Menschen  mit Demenz und die üblichen Besucher gemeinsam erleben könnten.“

In der Saison 2014/15 fand das erste Konzertangebot statt. Und es wurde genutzt von dementen Menschen mit ihren Angehörigen. Am 28. Oktober ist es wieder soweit. Man trifft sich um 11.30 Uhr im Probesaal des KKL zu einer Einstimmung und zur Mittagsverpflegung. Das Lunchkonzert beginnt um 12.30 Uhr. Die Einstimmung vor dem Konzert gewährt Raum für ein ruhiges Ankommen und gibt einen ungewohnten Einblick in die Musikwelt.

Am gleichen Anlass wird das Luzerner Sinfonieorchester mit dem Fokus-Anerkennungspreis ausgezeichnet, der von der Alzheimervereinigung Luzern überreicht werden wird. Vor zwei Jahren ist das Kleintheater Luzern mit dem Preis bedacht worden.

Diana Lehnert ist dankbar für den Einsatz der Alzheimervereinigung bei der Öffentlichkeitsarbeit, mit welcher auf das Angebot zum Besuch der Lunchkonzerte für Demente mit ihren Angehörigen hingewiesen werden kann. Sandra Baumeler, Geschäftsleiterin der Alzheimervereinigung, erklärt, man habe die Mitglieder, Betagtenzentren, Tagesstätten und das ganze Umfeld der Vereinigung auf die Konzerte aufmerksam gemacht.

Neben den Konzertangeboten – am 12. Januar und am 2. Juni 2017 stehen zwei weitere Lunchkonzert auf dem Programm – gibt es in Luzern für Menschen mit Demenz auch die Möglichkeit zum Besuch von Ausstellungen im Kunstmuseum Luzern. Beim Projekt „Menschen mit Demenz erzählen Geschichten“ geht es um Bildbetrachtungen im Museum, bei denen eine Kunstvermittlerin und Moderatorin den dementen Menschen Geschichten oder Bemerkungen zu den Bildern entlockt. Das Gesagte wird protokolliert und zur Geschichte verwoben.

Die Beteiligung an diesem Projekt ist, ganz im Gegensatz zum Konzertangebot, eher bescheiden. Doch der Unterschied liegt auf der Hand, wie Sandra Baumeler betont: „Am Konzert kann ich in einem geschützten Rahmen einfach dabei sein und zuhören. Ich muss mich nicht beteiligen. Im Museum hingegen werde ich angesprochen und ermuntert, Ressourcen zu mobilisieren und aktiv am Geschehen teilzunehmen. Beide Ideen sind unterstützungswert und erfreulich. Die Angebote integrieren Menschen mit Demenz.“
René Regenass – 6. Oktober 2016

 

Die Konzertdaten:

Freitag, 28. Oktober 2016, KKL Luzern, 11.30 Uhr Einstimmung, 12.30 Uhr Konzert. Xavier de Maistre, Harfe. Werke von Tschaikowsky, Liszt, Fauré und andere.

Donnerstag, 12. Januar 2017, KKL Luzern, 11.30 Uhr Einstimmung, 12.30 Uhr Konzert. Magnard-Ensemble (Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Horn). Werke von Hindemith, Haydn, Ligeti und J.S. Bach.

Freitag, 2. Juni 2017, KKL Luzern. 11.30 Uhr Einstimmung, 12.30 Uhr Konzert. Seong-Jin Cho, Klavier. Werke von Mozart, Debussy und Chopin.