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Anstoss

Wahlhelferin Pro Senectute

Von Beat Bühlmann
Das Bild, das kenne ich doch! Stimmt. Vor vier Jahren, im September 2015, strahlte uns das Duo bereits einmal vom Titelblatt des „Zenit" entgegen: die Präsidentin und der Vizepräsident von Pro Senectute Kanton Luzern. Das diesjährige Cover unterscheidet sich nur in Nuancen vom Vorläufer aus dem Wahlherbst 2015. Er steht jetzt links und sie rechts. Sie trägt jetzt einen weissen statt einen beigen Blazer; er eine gepunktete statt eine gestreifte Krawatte. Vordergründig legitimiert ein Interview über Nachbarschaft und künftige Herausforderungen der Pro Senectute die Werbung in eigener Sache.

Doch das Timing für den prominenten Auftritt ist natürlich auch diesmal nicht zufällig. In einem Monat finden die Eidgenössischen Wahlen statt. Die Präsidentin heisst Ida Glanzmann-Hunkeler, gehört zur CVP und kandidiert für den Nationalrat. Der Vizepräsident heisst Damian Müller, gehört zur FDP und kandidiert für den Ständerat. Es ist ein Werbespot für ein bürgerliches Doppelpack, das vor allem an die ältere Bevölkerung adressiert ist – und sie auf subtile Weise zu beeinflussen sucht. Das ist insofern befremdlich, als sich die Pro Senectute als überparteiliche Organisation versteht, die zum Zweck hat, „das Wohl der älteren Menschen in der Schweiz zu erhalten und zu heben" (Artikel 2). Und das kann ja wohl nicht das Privileg von CVP und FDP sein.

Die anstössige Propaganda mit dem „Zenit", das immerhin mit einer Auflage von 50 000 Exemplare unter die Leute gebracht wird, mag der Kandidatin und dem Kandidaten ein paar zusätzliche Stimmen eintragen. Doch ist sie auch der Glaubwürdigkeit von Pro Senectute Kanton Luzern zuträglich? – 19.9.2019

beat.buehlmann@luzern60plus.ch