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Einstimmung für Menschen mit Demenz: Michael Erni am Schlagzeug.

Musik ganz nah

Erika Achermann (Text) und Joseph Schmidiger (Bild)

Das Luzerner Sinfonieorchester ermöglicht „Menschen mit Demenz und Begleitung“ den Besuch von Lunchkonzerten im KKL und bietet „Stationskonzerte“ in Alters- und Pflegeheimen.

Auf den Höhepunkt des Tages muss man nicht bis zum Abend warten. Das mittägliche Lunch-Konzert im KKL bietet ihn bereits ab 11.30 Uhr! Auch für „Menschen mit Demenz und Begleitung“. Eingeladen hat am 26. Oktober das Luzerner Sinfonieorchester zu einer Einstimmungin den Probesaal des Orchesters, den man durch den Künstlereingang betritt. Es ist ein kleines Buffet aufgebaut sowie mitten im Raum das Schlagzeug gruppiert, auf dem der Orchestermusiker Michael Erni in das folgende Kammermusik- und Jazzkonzert einführt. 

 Klassik und Jazz

Diana Lehnert, die zusammen mit dem Intendanten des Luzerner Sinfonieorchesters Numa Bischof Ullmann dieses Konzertangebot für Menschen mit Demenz angeregt hat, begrüsst die zwei Dutzend Zuhörer, führt ein kurzes Gespräch mit Michael Erni, Mitglied des Sinfonieorchesters, der sanfte bis heftige Töne hervorkitzelt. Klassik und Jazz, wie geht das zusammen? Michael Erni erklärt, er liebe das „klassisch Kräftige und das jazzig Vitale“, liebe einerseits das Zusammenspiel mit den Musikerkollegen im grossen Orchester, die Präzision der Klassik, aber auch den Jazz, der mit seinem eigenen Rhythmus „näher beim Herz“ erklinge. Es braucht dazu keine Noten, aber viel Training. Man darf zu den Klängen leicht wippen, es stört niemanden. Ein paar Fragen werden aus dem Publikum gestellt. Dann werden beim Lunch Eindrücke ausgetauscht. Wer hierher kommt, der geht oder ging schon immer ins Konzert.

 Im grossen Konzertsaal 

Danach gelangt man “backstage“ in den grossen Konzertsaal. Das übrige Publikum strömt zahlreich aus dem Restaurant RED hinein. Das Kammerensemble spielt gut gelaunt Stücke von Saint-Saëns, Tschaikowski, Aram Chatschaturjan, Maurice Ravel und Mily Balakirev, die beiden Solistinnen brillieren. Es sind die Pianistin Nareh Arghamanyan und die 18jährige Trompeterin Lucienne Renaudin Vary. Der Applaus für alle Musiker ist herzlich, steigt an je intensiver die gespielten Stücke werden. Dann wird zum Jazz gewechselt, nun steigt die Stimmung. Ja, nach einer guten Stunde wird für Zugaben applaudiert, sie werden erfüllt. Es swingt wunderbar! 

 Im Alters- und Pflegeheim

Für Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, Konzerte im Konzertsaal zu besuchen, hat das Sinfonieorchester auch „Stationskonzerte“ initiiert, also Konzerte in den Alters- und Pflegeheimen. Die Bratschistin Madeleine Burkhalter erklärt mir, die Konzerte seien ihr „eine absolute Herzensangelegenheit“. Man sitze nicht auf Distanz zum Publikum auf dem Podium, sondern musiziere nah bei den Zuhörerinnen und Zuhörern und ein direkter Austausch mit ihnen sei möglich. Dieser beidseitige Kontakt sei auch für sie als Musikerin sehr bereichernd. 

Die nächsten Lunch-Konzerte finden am 14. Dezember, 11. Januar, 22. März und am 26. April jeweils um 12.30 Uhr statt. Die Einführung für Menschen mit Demenz beginnt bereits um 11.30h. Informationen bei: 

Konzerte für Menschen mit Demenz und deren Begleitung https://www.sinfonieorchester.ch/de/musikvermittlung/inklusion-soziales-engagement/konzerte-fuer-menschen-mit-demenz-und-begleitung

Information Diana Lehnert 041 226 05 19 oder karten@sinfonieorchester.ch

Stationskonzerte www.sinfonieorchester.ch/de/musikvermittlung/inklusion/sozialesengagement/neustationskonzerte

Information: Madeleine Burkhalter 076 321 47 54

Infostelle Demenz

www.lu.pro-senectute.ch/angebote/infostelle-demenz.html