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„Nimm eins – bring eins"

Von Beat Bühlmann

Der offene Bücherschrank beim Eingang zum Wäsmeli-Treff ist nicht zu übersehen. In einer ausrangierten, rot gefärbten Telefonkabine aus Deutschland könnten unter dem Motto „Nimm eins – bring eins" Bücher unter Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohnern getauscht werden. Zur kleinen Eröffnungsfeier konnte Rös Steffen, welche die Projektgruppe leitete, am Freitag, 16. Oktober 2015, rund hundert Personen aus dem Quartier begrüssen. Die Idee für einen offenen Bücherschrank war im Rahmen des städtischen Entwicklungskonzepts „Altern in Luzern" entstanden. Gefragt, was sie sich unter einem altersgerechten Quartier vorstellten, hatten Frauen und Männer der 60plus unter anderem die Idee für einen solchen Bücherschrank aufgebracht. Nebst Rös Steffen engagierten sich Stefanie Kaufmann, Robert Geiser und Walter Steffen in der Projektgruppe; sie werden den offenen Bücherschrank auch betreuen. Finanziell wurde das Projekt im Rahmen der „Altersgerechten Quartiere" von der Age Stiftung unterstützt.

200 Bücher zur Auswahl

Im Bücherschrank, der tagsüber geöffnet ist, haben rund 200 Bücher Platz. „Wir sind froh, wenn Bücher gebracht werden, die man selber gerne liest", sagte Rös Steffen. Im Übrigen sind die Regeln einfach: Man kann ein Buch nach Hause nehmen, stellt aber im Gegenzug ein eigenes Buch ins Regal. Nicht erwünscht sind also ganze Bücherladungen zur Entsorgung sowie Schundliteratur oder Werbebroschüren. Zum Eröffnungsfest brachten viele ein erstes Buch mit, unter ihnen waren viele aktuelle Ausgaben, die so Appetit aufs Lesen machten.

Der offene Bücherschrank soll einerseits zum Lesen anregen, andererseits aber auch den Kontakt unter der Quartierbevölkerung fördern. Zum Beispiel durch Literaturlesungen für Jung und Alt. Ganz in diesem Sinne las die Schriftstellerin Franziska Greising, die selber im Wesemlin wohnt, unter anderem aus ihrem neusten Buch, das voraussichtlich im nächsten Frühjahr veröffentlicht wird. Die Eröffnungsfeier wurde musikalisch umrahmt von zwei Querflötenschülerinnen der städtischen Musikschule, die unter der Leitung von Heidi Benz die Lesung bereicherten.

Wer bei der IG Offener Bücherschrank Wesemlin mittun möchte, kann sich bei Rös Steffen melden: roessteffen@gmx.ch