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„Sterben macht bewusst, was Leben ist"

Von Beat Bühlmann
Das Netzwerk 80plus lädt zu einer Veranstaltungsreihe zum Thema Sterben ein, jeweils um 17 Uhr im Romero-Haus. Der erste Referent Rudolf Joss, Präsident von Palliativ Luzern, spricht am 13. März 2019 über medizinische Aspekte am Lebensende.

Was heisst Sterben in unserer Zeit? Schlagzeilen macht vor allem Exit mit seinen Sterbebegleitungen. Im letzten Jahr waren es 905 Personen, die ihrem Leben mit Hilfe von Exit vorzeitig ein Ende setzten. Die Organisation verzeichnete fast ein Drittel mehr Beitritte als im Vorjahr und zählt inzwischen über 120 000 Mitglieder. Die Nachfrage ist derart gross, dass der Verein an seine personelle Kapazitätsgrenzen stiess und für Nichtmitglieder eine Wartefrist verordnete. Doch die Schlagzeilen zur Suizidbeihilfe vermitteln ein Zerrbild über das Lebensende. Die meisten Menschen, etwa 80 Prozent, sterben nämlich ohne das Sterbemittel Natrium-Pentobarbitat im Spital oder im Pflegeheim. Ein Grossteil würde allerdings lieber zu Hause in der vertrauten Umgebung die letzten Stunden verbringen. Das ist noch immer nur in wenigen Fällen möglich.
Immerhin, der Tod wird in unserer Zeit nicht mehr tabuisiert. „Heute wird in der Öffentlichkeit breit diskutiert über das Lebensende und wie ein gutes Sterben gelingen kann", konstatiert Markus Zimmermann, der die Leitungsgruppe des Nationalen Forschungsprojekts 67 zum „Lebensende" präsidiert hatte. Doch was ein gutes oder schlechtes Sterben ausmacht, ist individuell verschieden. In der Auseinandersetzung mit Sterbewünschen hätten sich zwei Aspekte als wichtig erweisen, erklärte Zimmermann im Gespräch mit der „Aargauer Zeitung": „Entlastend wirkt offensichtlich, das eigene Sterben zu akzeptieren, negativ wirkt, wenn das Gefühl aufkommt, für andere eine Last zu sein." Zu begrüssen sei deshalb eine offene Gesprächskultur über Sterben und Tod im klinischen Alltag und in Heimen - und in der Öffentlichkeit, wie beizufügen wäre.

Über das Sterben reden

Das Netzwerk 80plus lädt deshalb, in Kooperation mit Viva Luzern AG und der städtischen Abteilung Alter und Gesundheit, zu einem vierteiligen Veranstaltungszyklus zum Thema Sterben ein. Am 13. März referiert Prof. Dr. med. Rudolf Joss, ehemaliger Chefarzt am Luzerner Kantonsspital und nun Präsident Palliativ Luzern, über medizinische Aspekte am Lebensende. Am 28. März spricht Pascal Vincent, Leiter Friedhöfe in der Stadt Luzern, zum Thema „Abschied nehmen – Friedhof, ein Ort der Erinnerung". Am 11. April wird die Theologin Heidi Müller, bis 2017 Pfarrerin der Lukaskirche, unter dem Titel „Sterben macht bewusst, was Leben ist" über Trauerrituale reden. Zum Abschluss folgt am 17. April der Vortrag von Dr. med. Monika Tröger, Leitende Ärztin der Viva Luzern AG, über Palliativ Care, Sterbefasten oder Suizidbeihilfe.
Die Veranstaltungen finden im Romero-Haus an der Kreuzbuchstrasse 44 in Luzern statt (Bus Nr. 6 und 8, Haltestelle Brüelstrasse) und beginnen jeweils um 17.00 Uhr. Anschliessend gemeinsamer Austausch beim Apero. – 4.3.2019
Flyer