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„Altern in Luzern“ ist angekommen

Einstimmig hat der Grosse Stadtrat den Bericht und Antrag „Evaluation Altern in Luzern“ genehmigt. Alle Fraktionen, mit Ausnahme der SVP,  fanden positive Worte für die vom Projektteam geleistete Arbeit und für die Projekte, die jetzt zum Teil, auch wegen der zur Verfügung gestellten, bescheidenen finanziellen Mittel, fortgesetzt werden können. Mit einem jährlichen Budgetbeitrag von 60‘000 Franken ab 2018 können angelaufene Projekte weitergeführt werden.

Dieses Resultat ist beachtlich, weil die Unterstützung für Projektleiter Beat Bühlmann und sein personelles Umfeld, auch für das Forum Luzern60plus, in den vergangenen fünf Jahren oft von Skepsis und Bedenken begleitet worden sind. Stadtrat und Sozialdirektor Martin Merki brachte es auf den Punkt: „Altern in Luzern ist nicht nur gut gemeint, es ist auch gut herausgekommen. Und das Projekt ist nicht für, sondern von der Generation 60plus aufgegleist worden.“ Darin liegt wohl der Kern des Erfolgs: Man hat kein Leitbild und kein grosses Konzept erarbeitet, sondern in kleinen Schritten mit engagierten älteren Menschen Neues entwickelt. Die Luzerner Alterspolitik finde in vielen Schweizer Städten Beachtung, ergänzte Merki noch. Eine Aufgabe jedoch bleibe: „Wie erreichen wir die alleinstehenden Alten, die nicht vernetzt sind, die im Alltag kein Umfeld von Gesprächspartnern und -partnerinnen haben?“ Über die Quartier- und Stadtteilpolitik könne es vielleicht gelingen, hier vorwärts zu machen.

Worte aus den Parteien
Einzelne Aussagen der Fraktionssprecher und  –sprecherinnen sind wichtig und führen weiter. Max Bühler (SP): „Es gilt auch jene Schichten von älteren Menschen zu erreichen, die allein leben und nicht integriert sind. Und in Zukunft sollte die Migrationsbevölkerung eingebunden werden.“ Ali R. Celik von den Grünen fordert zum Migrationsthema eine Analyse durch die Stadt. Und weiter: „Das Forum ist ein wichtiger Gesprächspartner für die Stadt geworden.“ Laura Kopp (GLP) streicht das grosse Engagement der Projektverantwortlichen und der vielen Freiwilligen heraus. Peter Krummenacher (FDP) verweist auf Zahlen: „Luzern hat von den grossen Schweizer Städten den dritthöchsten Anteil von Menschen über 60. Das Projektteam hat Erfahrungen umgesetzt und kein Leitbild erschaffen.“ Agnes Keller erwähnt die Bedenken, welche die CVP begleitet hätten. „Wir befürchteten durch Altern in Luzern eine Konkurrenz zu den kirchlichen Institutionen und zu den Vereinen. Es ist aber ein gutes Miteinander entstanden.“ Der SVP blieb das Unverständnis. Jörg Krähenbühl: „Es sind gut gemeinte Projekte. Braucht es finanzierte Programme? Altern in Luzern vermittelt eine Grundhaltung, als ob Alte ohne Projekte nicht lebensfähig wären.“
René Regenass – 19. Mai 2016